Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-75076
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Rückblick. 
naiven Kultus der hiilfreichen Geister des Lichts und der hellen Luft, 
die von den Arja im Pendschab mit tiefem religiösen Sinn, mit leb: 
hafter Phantasie angerufen wurden, warfen die Bewegungen der 
Auswanderung und Eroberung das Leben dieses Volkes mit der Ers 
werbung ausgedehnter Gebiete in neue Bahnen. Die Furcht vor 
den Geistern der Nacht und der Dürre, die Vorstellungen von dem 
Kampfe der guten und der bösen Geister wichen zurück vordem 
Segen und der Fruchtfiille seines neuen Sitzes. Das Gangesland 
ließ die sinnige Empfindung der Natur in phantastische Anschauungen 
übergehen; das Klima erhitzte die ohnehin reizbare Sinnlichkeit dieses 
Volkes, während es zugleich die Thatkraft hemmte und zur Beschaulichs 
keit einlud. Gegen die erdriickende Vielheit der neuen Natureindriicke 
erhob sich der Trieb der Zusammenfassung, gegen die Menge der 
Götter das Bedürfniß der Einheit des göttlichen Wesens, gegen 
den Sensualismus der Spiritualismns, gegen die Phantasie die Ab: 
straktion. Der Geist des Gebets, der heilige Geist und die Welt; 
seele wurden von der Priesterschaft verschmolzen und zum höchsten 
Gotte erhoben. Dieser Sieg des Brahman über den Jndra hat 
das Schicksal der Jnder entschieden. Mit der Emanationstheorie 
der Welt aus der Substanz des Brahman war die ständische Glie: 
derung, welche sonst, wie sie naturgemäß hervorgetreten war, im 
Laufe der Entwickelung wieder überwunden worden wäre, durch den 
unterfchiedenen Antheil der Stände an dem Wesen des Brahman für 
immer befestigt; mit der Ausströmung war die Forderung der 
Riickströmung und damit die Lehre von den Wiedergeburten, welche 
die durch ihre Natur und ihre Sünden unreine Kreatur zur Rettig 
heit der Weltseele läutern sollten, gegeben; es war damit da das 
Brahman wesentlich als NichtiMaterie, NichtsNatnr gedacht war, 
eine Auseinanderreißung, ein Gegensatz von Natur und Geist, des 
natürlichen und des geistigen, Menschen aufgestellt, der seitdem der 
Angelpunkt der religiösen, der geistigen Entwickelung der Jnder ges 
worden und geblieben ist. Jhre Ethik wurde Ascetik, ihr Kampfes: 
muth verwandelte sich in das traurige Heldenthum der Biißer. Und 
die Ethik der Inder blieb nicht bei der Abkehr von der Sinn, 
lichkeit, bei der Abtödtung des Fleisches stehen. Es genügt nicht 
den Körper zu quälen nnd zu zerbrechen; auch das Ich, das Be: 
wußtsein muß in das Brahman ausgehen. Aber das Brahman .beZ 
saß, indem es Alles und wiederum nichts Bestim1ntes sein sollte, 
keine dankbare Qualität und die Versenkung in diesen unpersönlich
        

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