Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-74852
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Die 
Blüthe 
des 
Reiches 
Magadha. 
hieraus schließen, daß jene Vorschriften des Gesetzbuchs durch die 
Thätigkeit der Polizei und der Gerichte zu einer sehr wirksamen 
Anwendung kamen. 
Aus allen diesen Angaben wie ans den oben angeführten  
zählungen von dem reichlichen Leben der Krieger und dem Schutze 
dessen sich die Bauern und deren Höfe in Jndien erfreuten, die sich 
nur ans die Zeit Tschandragupta7s und A;oka7s beziehen können so 
weit sie überhaupt begründet sind, geht hervor, daß König Tschan: 
drag11pta ein kräftiges und vorsorgliches Regiment zu führen, daß er 
Friede und Ordnung zu handhaben verstanden hat, daß er Handel 
und Verkehr, die bereits seit Jahrhunderten, wie wir sahen, 
außerordentlich lebhaft betrieben wurden, schirn1te, für die Straßen, 
die Schiffahrt nnd die Bewässerung des Landes sorgte, den Landbau 
förderte und pflegte, die Verwaltung der Städte gut organisirte, 
das Heerwesen wohl verwaltete, seine Soldaten reichlich befoldete 
und den Bauern nachdrücklichen Schutz zu gewähren wußte. Die 
Buddhisten bestätigen was Megasthenes von der Blüthe des Acker: 
baues, dem gesetzlichen Verhalten der Inder und der Tüchtigkeit der 
Rechtspflege erzählt, indem sie versichern, daß unter dem zweiten Nach: 
folger Tschandragupta7s das Land blühend und bevölkert gewesen, 
daß die Erde mit Reis, Znckerrohr und Kühen bedeckt gewesen, daß 
Streit, Verletzung, Angriff, Diebstahl, Räuberei damals unbekannt 
gewesen seien II. Daß daneben die Steuern, welche Tschandragupta 
erhob, nicht unbedeutend waren folgt daraus, daß in den Städten 
der Zehnte vom Kauf und Verkauf erhoben wurde, daß die, welche 
Waaren feilhielten, Licenzen, Gewerbesteuer dafür zu zahlen hatten, 
daß daneben noch eine Kopfsteuer entrichtet werden mußte, sonst wäre 
es überflüssig gewesen, daß die Geburten und Sterbefälle aufgezeichnet 
wurden. Die Bauern hatten den vierten Theil der Ernte als 
Steuern abzuführen; während Manu7s Gesetz nur den sechsten von 
der Ernte, den Zwanzigsten vom Kauf und Verkauf verlangt 2J. 
Tschandragupta gelangte nicht weit über das funfzigste Lebens: 
jahr hinaus. Er starb bereits im Jahre 291 v. Chr. und hinterließ 
das Reich seinem Sohne Vindusara, den die Griechen Amitrochates 
CAmitraghataJ d. h. Tödtet: der Feinde nennen; ohne Zweifel ein ehreni 
der Beiname, welchen die Judex: dem Vindusara gaben oder den dieser 
sich selbst beigelegt hat. Wir erfahren nur, daß der Nachfolger des 
432. 
i11tr0d. 
Burn0uk 
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148.
        

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