Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-74814
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Tschandragupta 
erobert 
Magadha. 
schwangen, den Krieg gegen die Statthalter nnd die ihnen zugethanen 
Fürsten begonnen haben. 
Herr des Fiinfstromlandes wendete Sandrokottos sich nach Osten. 
Auf wie schwachen Füßen die Herrschaft des Dhanananda stand, 
wußte er aus eigener Erfahrung. Was nach seinem Worte schon 
dem Alexander hätte gelingen können, mislang ihm nicht; bereits im 
Jahre 315 war er Herr von Magadha. Plntarch berichtet, daß 
Sandrokottos mit einem Heere von 600,000 Mann ganz Indien 
unterworfenihabe. Von anderen Abendliindern wird das Heer des 
Tschandragupta auf vier oder sechs Hunderttausende sammt 30,000 
Reitern und 9000 Elephanten angegeben. Plinius sagt, daß er ein 
stehendes Heer von 400,000 Mann unterhalten habe. 
Die Tradition der Buddhisten hatte ein starkes Interesse, den 
Griinder der Dhnastie, welcher sie den größten Dank schuldig waren, 
zu verherrlichen. Dem Großvater des Mannes, der ihren Glauben 
zur Staatsreligion erhob, gab man am passendsten eine Abkunft von 
demselben Geschlecht, welchem der Erleuchtete selbst entsprungen war. 
Wir werden ungleich sicherer gehen, wenn xwir Justins Angabe, daß 
Tschandragupta niederer Abkunft war, festhalten. Die Wnnderzeichen 
mit denen die Buddhisten seine Jugend umgeben erklären sich leicht. 
Ein Stier hütet den Säugling. Vom Stiere war der Name der 
herrschenden Dynastie entlehnt; der Stier behiitet die Tage dessen, 
der dieses Geschlecht stürzen soll; im Spiel der Knaben zeigt 
Tschandragupta den Beruf für den er bestimmt ist. Obwohl die 
buddhistische Tradition die Geburt des künftigen Königs von Pakt: 
bothra nach dieser Stadt legt, läßt sie dennoch erkennen, daß 
Tfchandragupta dem Jnduslande angehört, indem sie ihn zum Sklai 
ven,t zum Werkzeugsjenes Tschanakja von Taksha;ila, das damals jedoch 
Magadha nicht unterthan war, macht. Wie Jnstin dann den Tschan: 
dragupta den König von Magadha beleidigen und ihn dem Tode 
nur durch die rascheste Flucht entgehen läßt, so läßt die Tradition 
der Buddhisten ihn mitten in Magadha einen Ausstand erheben, 
dessen vollständiges Misliugen Tschandragupta zur Flucht nöthigt. 
Danach beginnt er anders zu verfahren. Er greift Magadha von 
der Grenze d. h. vom Jnduslande aus an; er nimmt eine Stadt 
nach der anderen, zuletzt Palibothra. Daraus ergiebt sich, daß ein 
Mann vom Indus, der im Dienste des Königs von Magadha stand, 
zu stark auf die innere Schwäche dieses Reiches gählend, einen Auf: 
stand versuchte der mislang. Flüchtig kehrte er in seine HeiInath
        

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