Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-74377
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Die 
PfUChtenlehre. 
als Pferd und als Stier, achtzehn Mal als Affe, fünf Mal als 
Sklave, drei Mal als Töpfer, dreizehn Mal als Kaufmann, vier 
nnd zwanzig Mal als Brah1nane, ebenso oft als Prinz, acht und 
funfzig Mal als König, zwanzig Mal als Gott Jndra und vier Mal 
als Mahabrahman. Aber Buddha hatte nicht blos feine eigenen 
früheren Existenzen gekannt CS. 237. 248J, sondern auch die aller 
iibrigen lebenden Wesen, und dieselbe iibernatürliche Kunde, dieselbe 
göttlichesAllwissenheit wurde, wie wir sahen, auch. denen zugeschriebeu, 
welche nach ihm die Stufe des Arhat erreichten. Wenn diese Kennts 
niß nun auch nicht in vollem Umfange den Anagamin,.den Sakridai 
gamin, den Crotapauua, noch weniger sämmtlichen Bhikshu beiwohnte, 
so wurde sie doch, wenn auch in minderen1 Umsange, allen denen 
beigemessen, die auf dem Pfade vordrangen. Das Volk glaubte, 
daß die C;Jramana nicht nur aus dem gegenwärtigen Verhalten 
des Menschen ihm sein znkünftiges Loos, seine Wiedergeburten in 
der Hölle, unter den Thieren oder den Menschen verküudigen 
könnten, daß sie auch vermöchten, ihm das Schicksal des gegenwäri 
tigen Lebens aus seinen früheren Lebensläufen zu erklären. .Die 
Bhikshu beherrschteu damit nicht nur die Zukunft sondern auch die 
Vergangenheit jedes Einzelnen; indem sie sein Schicksal vollkommen 
iibersahen, hatten die Vorschriften, welche sie von diesem Standpunkt 
aus ertheilten, eine Kraft, welche deren Vollziehung verbiirgen 
mußte H.  
Es war kein Schaden für die Moral, daß nach dieser Lehre 
jedermann sein Schicksal wenigstens in so weit in der Hand hatte, 
daß er dasselbe für die Zukunft erleichtern konnte, und die praktischen 
Früchte, welche die Moral der Buddhisten auf Grund dieses phans 
tastischen Hintergrundes der Wiedergeburten getragen hat, sind un: 
verächtlich. Die wesentlichen Gesichtspunkte der bnddhistischen Moral, 
des mäßigen, leideuschaftslosen Lebens, der Geduld und des Mitleids 
sind oben hervorgehobeu CS. 243 flgd.J. Es war nicht gleichgültig, daß 
die Bhikshu lehrten: daß kein Feuer dem Hasse und der Leidenschaft 
gleich sei und kein Strom der Begier2j, daß die Begierde wenig Lust aber 
viel Schmerz bringe; nur wer sich selbst bezähme, lebe im Glück, und 
Zufriedenheit sei der beste Schatz II. Wer nur die Mängel anderer 
sehe, dessen Gebrechen wiirden zunehmen, und wer immer denke: jener 
489 
1J Köppen Rel. d. Buddha S. 320. 
25I. 202.  3J a. a. O. v. 186. 199. 
flgd. 
2J 
Dhammapadam
        

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