Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-74199
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Die 
Geistlichen 
der 
UcUcU 
Lehre. 
Brahmaneu gestatten müssen, auch andere Befchiiftigungen als das 
Opfer und das Studium des Pera zu treiben; es hatte immer nur 
verlangen können, daß der brah1nanische Fan1ilienvater, nachdem er 
Kinder erzeugt und sein Haus bestellt, sich in die Einsamkeit zurück: 
zöge, um dort zu büßen und zu meditireu CS. 126. 175J. Indem der 
Buddhismus seine Geistlichkeit ans der Familie und der bürgerlichen 
Gesellschaft vollständig ausschied, indem er diese durchweg in Gemeint: 
schasten leben ließ und alle Geweihten zu einer großen Briiderschaft 
verband, erhielt er einen weit festeren Zusammenhang, eine bessere 
Organisation, eine in steter Arbeit und Bereitschaft befindliche Ver: 
tretnng, welcher jedes andere als das religiöse Interesse fehlte. 
,,Nicht der, ist Brahmane, heißt es in einer alten buddhistischenLebens: 
regel ,,den Fnßtapfen des GeseHesU, der als Brahmane geboren ist. 
Der ist Brahmane, der mager ist und stanbige Lumpen trägt, der 
nichts besitzt und frei von Banden ist EIN Der Eintritt in diese 
Gemeinschaft war offen, Buddha hatte die Weihe des Bettlers jedem 
ertheilt, bei welchem Wer Glauben an feine Lehre und den Willen der 
Welt abzusageu vorfand; dann hatte er gesprochen:  Tritt herzu, 
gehe ein in das, geistliche Lebenl7t Mit dieser einfachen Formel war 
die Aufnahme vollbracht2J. Dieser Grnndpfeiler des Buddhismus 
wurde niemals angetastet; nur daß nach den ersten Koncilien neben 
den Bedingungen der Armuth nnd der Keuschheit noch eine gewisse 
Kenntniß des Inhalts der kanonifchen Schriften, der Sutra und 
Vinaja, welche diese Versammlungen festgestellt hatten, verlangt 
wurde. Daß der Eintritt in den geistlichen Stand nicht vor dem 
zwanzigsten Jahre erfolgen dürfe soll Buddha bereits vorgeschrieben 
haben. Nach dem Vorbilde der Brahmauenschnlen Toben S. 123J 
wurde es Sitte, Knaben und Jünglinge als Novizen aufzunehmen, 
sobald die Eltern die Erlaubniß dazu ertheilten nnd sich ein. Ge: 
weihter fand, der den Unterricht des Novizen übernehmen wollte. 
Dies Institut des Noviziats fand dann bald in dem Klosterleben 
der Bhikshu eine bei weitem solidere Grundlage als die war, welche 
der einzelne Brah1nane seinen Schülern in seinem Hause bieten konnte. 
Der Novize Cc;ra1naneraJ darf nichts tödten, was Leben hat, nicht 
stehlen, nicht lügen, keine Unkenschheit begehen, nichts Beranschendes 
trinken, nach Mittag nicht mehr essen, weder singen noch tanzen, sich 
O Dhammapadam 
Buddha S. 336. 
überI. 
Voll 
Weber 
395. 
2I 
Köppen 
Relig. 
des
        

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