Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-73509
Die 
Werkheiligkeit 
und 
das 
ethische 
Jdeal. 
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Gebot, was sollten daneben die täglichen Opfer, die Neu: und Bolls 
mondsopser, die großen Opfer, was bedeutete die zahllose Menge 
der Reinheitsvorschriften und der Siihnungen, tun diese oder jene 
Befleekung äußerer Art aufzuhebenP Auch die orthodoxen Schulen 
gaben zu, daß diese gesa1nmte Werkheiligkeit unzulänglich sei und 
nur Verdienste unteren Ranges gewähre1J. Die heterodoxen An: 
hänger des Sankhja liiugneten auch diese, sie läugneten das Ver: 
dienft des Opfers, der Reinheitsgebräuche, sammt dem Dasein der 
Götter, welchen die Opfer galten. Zur Werkheiligkeit gehörte aber 
doch auch die Achtung vor dem Unterschiede der Kasten, die Beobachs 
tung der Pflichten der Kasten. Waren die Kasten Unterschiede des 
Ursprungs und der Art, so sollten doch alle Unterschiede unter den 
lebenden Wesen wieder aufgehoben, so sollten doch alle Schöpsungen 
d. h. alle getrübten Ausströmuugen des Brahman wieder vernichtet, 
in das reine Brahmau aufgelöst werden. Jn der That hob bereits 
das orthodoxe System, das Gesetzbuch der Priester den Unterschied 
der Kasten wenigstens in so weit wieder auf, als es das Studium 
der Veda von allen drei oberen Ständen verlangte; nur die Cudra 
waren vom Veda wie vom Opfer ausgeschlossen. Das orthodoxe 
System verlangte ferner nicht blos von den Brahn1anen sondern 
auch von den Kshatrija nnd Vai;ja das Leben in der Ascese zu bei 
schließen. Alle Dvidscha sollten nachdem sie den Pflichten ihres 
Standes, den Pflichten des Familienvaters ldes GrihasthaJ genügt, 
Waldsiedler CVanaprasthaJ und Büßer CSannjasinJ werden loben 
S. 126. 127J. Die Ascese hob mithin den Unterschied der Kasten wieder 
ans; die Kraft der Buße, die Abtödtung des Sinnenreizes und des 
Körpers führte die Mitglieder der drei oberen Kasten in gleicher 
Weise durch Heiligung sei es mit größerer oder geringerer Auf: 
wendnug an Buße in das Brahman zurück. Es war dies eine nicht 
abzuwendende Konsequenz der Brahmanlehre, der geforderten Ver: 
nichtuug des natürlichen Menschen, das Gesetzbuch hatte nicht anges 
standen, diese Konsequenz zu ziehen, und die Legenden, das Epos 
zeigten an Vi;vamitra7s Beispiel, daß man sich vom Kshatrija durch 
die Kraft der Buße zum Brahmanen erheben könne. Konnte nicht 
einer oder der andere jener Einsiedler im Walde und an den Ge: 
birgsseen von jener Prämisse ans zu der Ueberzeugnug gelangen, 
GesC2s 
U WuUke 
des Heidenthums 
368. 
Oben 
125. 
115J 
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