Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-73488
x;,u;U7UUVI 
Civa ihm dann ebenfalls beigelegt wurde. Er wurde hier dem 
Volke der liebste, der erste und darum der mächtigste Gott II. 
In den Ebenen des Ganges hing Frucht und Leben der Natur 
nicht Von Gewittern, nicht so sehr vom tropischen Regen als von der 
Ueberschwemmung des Flusses ab. Nicht getvaltsame Krisen des 
Hi1n1nels, nicht die aufgeregte wilde und stiirmische Natur, ihr ruhig 
ges regelmäßiges Walten, die sichere Wiederkehr der Uebersluthung 
gewährten hier Fruchtbarkeit und Gedeihen. Es war ein still und 
in nnunterbrochenem Kreislauf segensreich wirkender Gott, dem das 
Bewußtsein des Volks diesen Segen beimaß, den es neben den vers 
gessenen Kämpfen Jndra7s hervorhob, dem es die aus dem Wasser 
und der Feuchte stets neu erbliihende Vegetation, die Leben verleihende 
Kraft in der Natur zus6hrieb. In den Hhn1nen des Rigveda wird 
ein Gott Vishnu neben Jndra angerufen, der dem Jndra zur Seite 
steht nnd demnach ein Gott des lichten Himmels, ein Geist der Sonne 
gewesen sein wird. Ja dem Kreise der Lichtgeister, der Aditja, wird 
Vishnu, sobald diese zu einer bestimmten Gruppe zusammengenommen 
find, als der jüngste derselben bezeichnet. Die Lieder des Veda 
heben hervor, daß Vishnu drei Wohnungen habe, am Aufgange, 
am Mittag nnd am Untergange, daß er mit drei Schritten die drei 
Welten, den Lichthimmel, den Wolkenhinnnel und die Erde, durchs 
schreite. Die drei Schritte werden zunächst die Tageszeiten, dann 
die drei Jahreszeiten, die kühle Zeit, die Hitze, die Regenzeit bedeuten, 
weiter, aber in dem allegorisirenden Sinn der Jnder auf die Vers 
gangeuheit, Gegenwart und Zukunft zu beziehen sein. ,,Von zwei 
Schritten, sagt der Rigveda, zieht der Sterbliche Nutzen, den dritten 
Schritt faßt er nichts, Auch in Manuis Gesetzbuch sind es die 
Schritte, der Gang des Vishnu, die als dessen bezeichnende Eigen: 
fchaft hervorgehoben werden 2J. Vishnu war hiernach ein Gott des 
Lichtes, dessen Gang die Zeiten ordnete, dessen Sitz die hellen Wol: 
ten waren, die regelmäßig am Himmel wiederkehrten, die nach der 
dunklen Regenzeit wieder am Himmel erschienen, der Jahr ans Jahr 
ein die Ueberschwemmung des Ganges sandte. Diesen Gott, der 
beständig aus dem Wasser und aus der Fenchte Gedeihen und 
Segen spendete, der nnermiidet Licht und Frucht gewährte, riefen 
2I 
1z Noth in Zeller 
Mann 12, 121. 
theolvgs 
360. 
Jahrb. 5, 
Bur110uk introd. p. 
15V 
137. ssss 
l
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.