Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-73098
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Das 
Erbrecht. 
thum. Das Gut, welches der Vater ererbt hat, das Stammgnt 
der Familie, darf er jedoch nicht ohne Einwillignng der Söhne ver: 
äußern; nur was er selbst dazu erworben, mag er veräußert: oder 
unter die Söhne vertheilen. Nach dem Tode des Vaters, so lange 
die Mutter lebt, theilen die Söhne das Vermögen nicht. Der älteste 
Sohn tritt an die Stelle des Vaters; ihm muß sich auch die Mut: 
ter unterordnen. Auch wenn beide Eltern gestorben sind, ist es am 
besten, wenn die Söhne das Vermögen nicht theilen und unter dem 
ältesten als Familienhaupt weiter zusammenleben. Man befolgte 
diese Lehren des Gesetzbuchs wenigstens in vielen Fällen; in den 
Erzählungen der Buddhisten ermahnen die Väter ihre Söhne, nach 
ihrem Ableben nicht zu theilen. Wird getheilt, so soll der älteste 
Sohn nur dann das beste Stück fordern dürfen, wenn er gelehrter 
und tugendhafter ist als die übrigen; sonst soll stets gleich. getheilt 
werden O. Indes; sucht eine andere Ansicht im Gesetzbnche auch 
hier den Kastenunterschied hineinzubringen, so daß, wenn der Vater 
mehrere Frauen aus verschiedenen Kasten gehabt hat, die Söhne 
derer aus den höheren Kasten bevorzugt werden. Wenn z. B. ein 
Brahmane Frauen aus allen vier Kasten gehabt hat, soll die Erbss 
schaft in zehn Theile getheilt werden; der Sohn der Brah1nanin 
erhält, vier Theile, der der Kshatrija drei, der der Vaigsa zwei, 
der Sohn der Endra nur einen Theil. Fehlen alle Verwandten bei 
einer Erbschaft, so fällt diese an die Brahmanen, um davon die 
Todtenopfer darbringen zu können. Das Vermögen eines erblofen 
Brahmanen fällt an den, welcher ihm die Einweihung durch die 
lltngürtung mit der heiligen Schnur ertheilt hat. 
Die Einheit in Recht und Sitte, welche das Gesetzbuch für 
alle Gebiete Indiens zwischen dem Himalaja nnd den Vindhjabergen 
festzustellen beabsichtigte, wurde nicht vollständig erreicht. Das ge: 
sammte Jndusland war der Entwickelung, welche das Leben der 
Ansgewanderten an der Jamuna und Ganga erfahren hatte, der 
Bildung und dem Siege des Priesterthu1ns, der Reform des Glanss 
bens, der Fixirung und Abschließung der Stände nicht gefolgt. Es 
hielt die älteren Formen des indischen Lebens fest nnd nur in den 
II Mann O, 1U4...22U. Bu1sI1ouf iutr0ci. P. 289. In den Sulra wird 
eine Theilung in einer Kaufmaunsfamilie erzählt, nachdem sich die Brüder vers 
einigt haben, wonach der älteste das Hans und die liegenden Gründe, der 
andere den Laden, ein dritter das Gesäjäft außer Landes erhält; Bumouf I. c. 
p. 242.
        

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