Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-72750
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Richter 
und 
GerichtshöfEi 
des Gottesurtheils.wie das Tragen des glühenden Eisens bei Seite 
gelassen hat, die neben ihm fortbestanden1J. 
Nachdem der König auf diese Weise durch Jndicien, Zeugen, 
Eid nnd ,,göttlichen AuiSspruchst sich von den Umständen nnd dem 
Sachverhalt überzeugt hat, erleichterude und erschwerende Gründe 
z. B. besondere Eigenschaften des Verbrecher6 oder Rückfall in Be: 
tracht gezogen nnd iiberlegt hat, was das Gesetz vorschreibt, soll er 
die Strafe auf den Schnldigen fallen lassen. Daß die Könige Jus 
diens wirklich, wie das Gesetzbuch fordert, mit Eifer dem Recht: 
sprechen oblagen, beweisen Berichte ans dem vierten Jahrhundert 
v. Chr. is. uuteuJ. 
Welche Gerichtsbarkeit etwa den Bezirksbeamten, den Gemeinde: 
vorstehern znstand, ;ob es neben denselben köuigliche Richter in den 
Bezirken, in den Städten gab und wie weit sich deren Kompetenz 
erstreckte, wissen wir nicht. Wahrscheinlich ist, daß jeder seine Klage 
vor den König bringen konnte, mindestens Berufung beim Könige 
einlegen durfte. Das Gesetzbuch erkennt an, das; der König allein 
dieser Last von Geschäften nicht gewachsen sei, es stellt ihm frei, 
I; Jadsthnavalkja 2, 95 von Stenzler heißt es: Wage, Feuer, Wasser, 
Gift und Weihwasser sind die Gottesnrtheile zur Reinigung; diese werden bei 
großen Anklagen angewendet, wenn der Klöiger zu einer Geldstrafe bereit ist. 
Die spätere Gesetzgebung kennt neun Gottesurtheile, indem sie noch die Reis: 
körner, das heiße Goldßiick, die Pflugschaar und das Loos hinzufiigt. Brahs 
matten, Frauen, Kinder, Greise, Kranke und Schwache sollen durch die Wage, 
die Kfhatrija durch das Feuer, die Vaigja durch Wasser, die cJudra durch Gift 
geprüft werden. Bei der Probe der Wage CJama wog die Seelen auf der 
Wagfchale; oben S. 97J kam es darauf an, daß der zu Prüsende beim zweiten 
Wiegen leichter gefunden wurde als beim ersten, bei der Fcncrprobe mußte ein 
glikhendes Stück Eisen mit Blättern nn1wickelt sieben Schritt weit getragen wer: 
den; jedes Brandn1al war Beweis der Schuld. Au der glühenden Pflugschaar 
muß der Angeklagte lecken, er wird sreigefprod;en, wenn seine Zunge nicht Vers 
brannt ist; aus siedendent Oel muß ein Goldstück heransgegriffen werden, ohne 
das; die Hand Brandblaseu zeigt. Das Nehmen eines bestinunten Giftec3, wo; 
ran der Angeklagte nicht erkranken darf, das Trinken des Weihwasfcra das 
über Göttcrbilder gegossen ist, wonach den Angeklagten kein 1lngltick treffen 
darf, die geweihten Reiskörner, bei deren Zerbeißeu das Zahnsleisch niiht Ver, 
letzt fein nnd kein Blntfpeien eintreten darf, sind sammt dem Leckeu an der glühen; 
den Pflugschaar nnd dem Goldstück in stedendetn Oele sichtlich späteren Ursprungs. 
Nach einer Upanishad zum Sau1aveda soll Schuld oder Unschuld durch An; 
greifen einer glühenden Axt ermittelt werden; Brandncal ist Beweis der Schuld; 
Stenzler in Z. d. d. m. G. N, 662 flgd. Weber Vorles. S.70. Bgl.Benfey 
Indien S. 230. 
        

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