Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-72472
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Die 
Befreiung 
Vom 
Körper. 
nung dem Untergange bestimmt, muß mit Freuden von dem verlassen 
werden, welcher sie einnimmt EIN Allein es kam nicht darauf an, 
das Brechen der Fesseln der Seele ruhig oder sehnsuchtsvoll zu er: 
warten, es kam darauf an, wie diese Fesseln gebrochen wurden, 
damit die Seele frei zum Brah1nan, zur ewigen Ruhe, zur Vereinigung 
mit dein höchsten Geiste eingehen könne. Dazu war es nöthig, nach: 
dem man gelernt hatte fügsam zu leben, seine Sinne nnd seine Leiden: 
schaften zu beherrschen, die Welt ganz abzuthun und feinen Blick 
auf den Himmel allein zu richten. Es ist die Pflicht jedes Brah: 
1j1anen nnd es ist auch die Pflicht jedes Dvidscha I ,,wenn er alt 
wird und Nachkommenschaft seiner Nachkommensihaft erblickttt, daß 
er seinen Wohnort verlasse, sein Haus bestelle nnd Waldsiedler 
CVanaprasthaJ werde. Seine Frau mag er mitnehmen, oder bei 
feinen Söhnen znrücklassen. Auch das heilige Feuer ninnnt er von 
seinem Heerde mit sich, um die fiinf täglichen Opfer zu verrichten. 
Er kleidet sich in ein Kleid von Baumrinde oder in die Haut der 
schwarzen Gazelle, sein Bett muß die Erde sein, er lebt von Friich: 
ten, welche von dens Bäumen herabgefallen sind, oder von Wurzeln 
des Waldes II und von Wasser, welches er zuvor durch ein leinenes 
Tuch gießt, Um die kleinen Thierchen, welche im Wasser sein könnten, 
nicht zu tödten. Er liest den Veda nnd giebt sich der Betrachtung 
des höchsten Wesens hin. Dadurch wird er seinen Leib reinigen, 
seine Wissenschaft vermehren und seinen Geist der Vollendung näher 
führen H. Seine Haare, seinen Bart und seine Nägel muß er 
wachsen lassen, er muß häufig fasten und von jeder Begierde entfernt 
leben; er muß von der Welt, von irgend welchem Vorfall der ihn 
beträfe, niemals eine Störung empfangen, er muß seiner Sinne 
völlig Herr sein. Von diesem Zustande wird er weiter zur Vollen: 
dung gelangen, wenn er dazu übergeht seinen Leib durch Kasteiungen 
auszndörren. Er wälze sich auf der Erde umher, er stehe den gani 
zen Tag hindurch auf den Fußspitzen, oder er stehe fortwährend auf 
nnd setze sich wieder. Allmählig soll der Waldsiedler diese Bnß: 
iibungen steigern. In der kalten Jahreszeit trage er stets ein nasses 
Gewand, in der. Regenzeit setze er sich nackt den Regengüssen ans, 
in der warmen Jahreszeit sitze er zwischen vier Feuern im heißen 
Sonnenstrahl. Durch diese Kasteiungen stapas d. i. GluthJ soll der 
V Mann 6, 76. 
Mann 6, 22. 23. 
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Mann 
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Mann 
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