Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-72211
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Die 
Wiedergeburten. 
Vai;ja werden, der Vai;ja Kshatrija, der Kshatrija Brah1naue, der 
Brahmane ein völlig Jsündeuloser nnd heiliger Mann, ein reiner 
Geist, ehe er in das Brahman eingehen könne. Aus dieser Forderung, 
daß jeder sich zum Brahman emporznarbeiten habe, entstand die 
monströse Lehre von den Wiedergeburten. Der c3Judra, welcher 
tugendhaft gelebt, würde, so meinte man, eben dieser Tugend wegen 
nnd durch die Uebung der Tugend in seinem Wesen verändert in 
dem höheren Dasein des Vaigja wiedergeboren werden, der Kshatrija 
als Brahmane u. s. w. O; in dieser Weise würde es dem reinen 
und heiligen Leben je mehr es sich von aller Sinnlichkeit, Körper: 
lichkeit, von der ganzen materiellen Welt lossage gelingen, die Rück: 
lehr zu dem nnsinnlichen und körperlosen Brahman zu finden. Um: 
gekehrt aber würden die Befleckten, Uureinen und Siindige,n in 
niedrigerem Stande und je nach dem Maße des Vergehens in der 
schlechtesten Gestalt, ja nicht einmal als Menschen, sondern sogar als 
Thiere wiedergeboren werden, um sich nun mit unsäglichen Qualen, 
nach nnzählichen Wiedergeburten erst wieder zu ihrem früheren Zu: 
stande und endlich zum Brahman emporzuringen. Hiermit war der 
Phantasie der Jnder ein weites Feld geöffnet, auf welchem dieselbe 
alsbald ein vollständiges System der Wiedergeburten errichtete, in 
das dann auch die Lehre von der Hölle aufgenommen wurde. Wer 
schwere Sünden begangen hat versinkt nach dem Tode in die Hölle und 
wird hier lange Perioden hindurch in den verschiedenen Abt,heilungen 
der Hölle gemartert, um nach Verbüßung seiner Sünden von hier 
aus die Stufenleiter der Wanderung und zwar von den untersten, 
den schlechtesten Existenzen an von Neuem zu beginnen. Wer geringere 
Fehler begangen hat wird je nach dem Maße derselben als Elephant 
oder Cudra, als Löwe oder Tiger, als Vogel oder Tänzer wieder: 
geboren 2J. Wer grausame Thaten vollführt hat, wird als reißendcs 
Thier wiedergeboren II. Wer einen Mordversuch auf einen Brah: 
matten machte, wird, je nachdem er in seinem Versuch weiter gekommen 
ist, hundert oder tausend Jahre in der Hölle gepeinigt werden, dann 
aber in ein nnd zwanzig Gebnrten das Licht der Welt aus dem Bauche 
eines gemeinen Thieres wieder erblicken. Wer gar das Blut eines 
Brahmanen Vergossen, wird eben so viele Jahre als das fließende 
Blut Staubkörner berührt hat, in der Hölle von reißenden Thieren 
zerfleischt werden; nnd wer einen Brahmanen getödtet hat, dessen 
Mann 9 , 
335. 
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