Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-72093
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Entwickelung 
der 
religiösen 
Vorstellungen. 
Klassen des eigenen Stammes nach ihrer mehr oder minder geachi 
teten Beschäftigung als geschiedene Kreise, als verschieden geartete, 
höher oder geringer befähigte Racen aufzufassen und die Unterschiede 
des Berufs, der soeialen Stellung zu Kasten zu verhärten. Hatten 
die Kshatrija im Vollgefiihl ihres adlichen Lebens, im Bewußtsein 
ihrer tapfern Thaten und edlen Gesinnung den Zugang zu ihrer 
Beschäftigung und ihrem Staude erschwert oder geschlossen, hatten 
sie die Vai;ja in ähnlicher Weise wie die Cudra siir eine diesen 
freilich überlegene ihnen selbst aber nicht ebeubiirtige Menschenart 
angesehen, so folgten nun die Priester dem Beispiele, welches die 
Kshatrija gegeben. Sie verlangten im Gefühl ihres hohen Berufs, 
ihrer Stellung zwischen. den Menschen und den Göttern den ersten 
Rang auf Erden; sie wehrten den Kshatrija wie den Vai;ja den 
Zutritt zu ihrem Stande, sie behaupteten, daß nur der geborene 
Priester den Dienst des Priesters verrichten, den Göttern wohlges 
fällige Opfer zu bringen vermöge. Schwerlich wäre es indeß der 
Priesterschaft gelungen, sich über die Kshatrija zu erheben, den alt: 
begründeten Vorrang des waffen1nächtigen Adels, der mit den König 
gen in naher Beziehung stand, zurückzudrücken, wenn sie nicht die 
alten religiösen Vorstellungen durch eine neue Lehre umgestaltet und 
sich durch diese eine erhabene, von oben her geheiligte, nnangreifbare 
Stellung gegeben und gesichert hätte. 
Es lag den Indern daran, jedem Gott, welchen sie anriefen, 
die rechte Ehre zu erweisen. Man häufte zu diesem Zwecke die 
Prädikate und legte ihm mehr oder weniger auch die Macht, die 
Eigenschaften der übrigen Götter bei; man war geneigt, den Gott, 
dem gerade das Opfer galt, auchals den höchsten und mächtigsten 
zu preisen, um ihn dadurch günstig zu stimmen. Diese Neigung. 
wurde durch den Umstand unterstützt, daß die rasche und leicht ers 
regte Phantasie der Inder es nicht zu recht festen Umrisseu, zu 
individueller.Geschlossenheit der Göttergestalten kommen ließ, weiter 
aber durch den dunklen Drang, der schon oben hervorgehoben worden 
ist, die Macht der Götter in einem höchsten Gott zu concentriren,. 
die Einheit des göttlichen Wesens zu ergreifen. So wird einmal. 
Aditi, die Mutter der Lichtgötter, der Aditja, als Himmel und 
Firmament, als Zeugung und Geburt, das andere Mal Agni als 
höchster Gott gepriesen II, daneben wird Jndra zu einem Himmel und, 
Rigv.
        

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