Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Zeit Constantin's des Großen
Person:
Burckhardt, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-65589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-66195
Aurelian und die Wiedervereinigung des Reiches. 
Der Senat. 
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Usurpation angeregt, machte selber Anzeige bei ihm; den Antiochus, 
welchen die sinnlos en Palmyrener erhoben, ließ Aurelian laufen, nach: 
dem er jene bestraft; den reichen Firmus, Prätendenten Aegyptens, 
dagegen befahl er als einen Räuber an7s Kreuz zu schlagen, wahr: 
scheinlich nur, um nach der Möglichkeit die tiefe, traditionelle Verach: 
tung des Römers gegen den ägyptischen Volkscharakter an den Tag 
zu legen. Dem Tetricus endlich, welcher sich von seiner falschen Stel: 
lung zu den Soldaten unerträglich gedrückt fühlte und in der Schlacht 
bei Chalons C272J sein eigenes Heer verrieth, gab Aurelian ein ein: 
trägliches Amt. Rechnet man zu diesen Kämpfen um Herstellung des 
Reiches noch fortdauernde siegreiche Barbarenkriege, so läßt sich leicht 
errathen, welche unvergleichliche Kriegsschule die Regierungszeit Au: 
relian7s gewährte; die bedeutendsten seiner Nachfolger auf dem Throne 
haben sich unter ihm und Probus gebildet. 
In weit ungünstigem Lichte erscheint sein Verhältnis; zum Senat, 
welches uns etwa wie dasjenige des Septimius Severus geschildert 
wird. Verschwörungen und Unruhen aller Art in der Hauptstadt läßt 
der Kaiser auch den Senat entgelten, von dessen Mitgliedern mehrere 
sogar hingerichtet werden.1 Von welcher Seite man auch die kümmer: 
lichen Aufzeichnungen jener Zeit betrachte, sie genügen nirgends zu 
einem sichern Resultat, und wir können nicht sagen, ob Aurelian die 
eiserne Disciplin des Lagers auch auf das bürgerliche Leben auszu: 
dehnen strebte, oder ob der Senat die Zeiten verkannte und mit dem 
Wiedereroberer des Reiches bei der Beherrschung desselben concurs 
riren wollte. Daß Aurelian nicht persönlich grausam war und das 
Blutvergießen gerne vermied, beweisen entscheidende Züge aus seinem 
Leben; auch nannte man ihn nicht den ,,MörderE, sondern nur ten 
,,Pädagogen des Senates.E Es gehört aber schon eine starke Seele 
dazu, um in Lagen wie die seinige sich nicht verdüstert: zu lassen durch 
Menschenverachtung und nicht blutgierig zu werden aus eitel Feigheit 
und Bequemlichkeit. Es scheint schon nichts Leichtes, sich in die Stel: 
lung eines jener Jmperatoren hineinzudenken; ganz unmöglich aber 
ist es zu sagen, wie sich auch der gutmüthigste Mensch darin auf die 
Länge benehmen würde.  Von dem Sonnencultus Aurelian7s, der 
richtkgste Angabe 
vielleicht 
und 
T Die befchränkteste 
bei Z0sim.
        

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