Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Zeit Constantin's des Großen
Person:
Burckhardt, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-65589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-69153
Co11stantin7s 
Toleranz. 
Die Jnschrift 
Triu1nphbogens. 
des 
323 
L311J jenes höchst ausfallende Duldungsedict gegeben Es. oben S.317J. 
Eonstantin brachte also mit seinen zwei Toleranzedicten von Rom und 
Mailand C312 und 313J nichts ausschließlich Neues und benutzte die 
Toleranzsrage zunächst auch nicht gegen die übrigen Kaiser, vielmehr 
vermochte er den inzwischen mit ihm verschwägerten Licinius in Mai: 
land CWinter 312s318J zur Theilnahme an jenen Beschlüssen, und 
Beide unterhandelten sogar mit Maximinus Daza um seine Beipslich: 
tung, die denn auch in beschränkten: Sinne erfolgte.  Somit wäre 
die Ehristenduldung einfach eine Sache der Nothwendigkeit gewesen 
und bedürfte keiner weitern Erklärung. Das von Licinius mitunter: 
zeichnete Edict von Mailand ging allerdings sogleich sehr weit; es 
sprach zum erstenmal die unbeschränkte Freiheit aller Culte, thatsäch: 
lich auch der zahlreichen christlichen Secten aus; in Betreff der staat: 
lichen Anerkennung wurde das Christenthum dem alten Götterglauben 
völlig gleichgestellt; es enthielt den Charakter als Corporation und 
bekam die an den Fiscus oder in Privatbesitz übergegangenen Kirchen 
und Corporationsgrundstücke zurück. 
Es ergab sich aber eine Gelegenheit, da der neue Herr des Abend: 
landes einigermaßen sein wirkliches Verhältniß zur römischen Staats: 
religion und zwar als ein indisferentes verrieth. Nach der Schlacht 
an der milvischen Brücke hatten ihm Senat und Volk nebst andern 
Ehrcnbezeigungen einen Triumphbogen zuerkannt, der ziemlich rasch, 
zum Theil mit den schönen Bruchstücken eines Bogens des Trajan, 
zusammengebaut wurde. Vielleicht wußte man ohnehin, daß Constan: 
tin den Trajan wegen der vielen Jnschriften, worin er verewigt war, 
nur ,,das Unkraut an der Mauertt zu nennen pflegte; 1 man wird sich 
um so viel weniger besonnen haben. Die nunmchrige Inschrift des 
Bogens lautet gegenwärtig dahin, Fk0ViUs Constantinus Maximus 
habe über den Tyrannen und seine ganze Partei gesiegt u. s. w. ,,auf 
Eingebung der Gottheitlt; allein unter diesen Worten schimmert eine 
frühere Lesart durch: ,,auf den Wink des höchsten und besten Jupiter U. Z 
l 
2 
Aurel. Vieh Epit0me. 
Statt des jeHigen INSTINOTV. DIVINITATIS hieß es NVTV. I. 
O. M. etc. Jch verdanke diese Notiz der gütigen Mittheilung des 
Hm. Dr. Henzen in Rom. Man entdeckte die Eorrectur, als zur 
21V
        

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