Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Zeit Constantin's des Großen
Person:
Burckhardt, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-65589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-69055
Maximian7s 
und 
Auftreten 
neues 
Verbindung 
mit 
Conftantin. 
313 
Dießmal konnte Galerius nicht bloß zusehen. Er sandte C307I 
seinen Mitkaiser Severus aus, der als Erbe der Ländermasse des 
Maximian auch unmittelbar Herr von Jtalien sein sollte. Allein 
Sever7s Armee, die meist aus alten maximianischen Soldaten bestand, 
war gegen Maxentius nicht zu brauchen; es folgte Verrath, Rückzug 
und eine persönliche Uebergabe in oder bei Ravenna, die dann doch 
den beklagenswerthen Augustus in der Folge nicht vor verrätherischem 
Morde schühte.1 Galerius kam, ihn zu rächen, allein sein Heer er: 
wies sich nicht zuverlässiger, und er mußte eilends umkehren. 
Inzwischen hatte der alte Maximian sich, wie gemeldet, seinem 
Sohne zugesellt,  wenn Maxentius wirklich von ihm und der Sy: 
rerin Eutropia erzeugt und nicht untergeschoben war, was einzelne 
Heiden und Christen behaupteten, und was hier hervorgehoben werden 
muß, als Beleg für den Werth, den man auf einmal wieder dem 
Erbrechte zuschrieb. Dem Verhältniß zwischen Vater und Sohn fehlte 
freilich so sehr jede Pietät, daß jenes Gerücht fast nothwendig ent: 
stehen mußte. Auch den Soldaten kam der Alte durchaus nicht ge: 
legen, wahrscheinlich weil sie seine Disciplin fürchteten; wenigstens 
fand er keinen Anklang, als er sie bald darauf gegen den Sohn ein: 
zunehmen suchte; sie antworteten ihm mit trohigem Hohn, worauf er 
sich damit ausgeredet haben soll, es sei ihm bloß um eine Probe ihrer 
Gesinnung zu thun gewesen. Zonaras, der dieß erzählt, läßt ihn vor: 
her sogar den Senat besuchen nnd dort den Sohn für untüchtig zur 
Regierung erklären. Jedenfalls ein merkwürdiger Abfall vom diocle: 
tianischen Herscherprincip, zumal nach den oben CAschn. 2J erwähnten 
Feindseligkeiten Maximian7s gegen die Senatoren. 
Als sich der unruhige Greis in seinen Hoffnungen auf Oberherrs 
schaft betrogen sah, ging er nach Gallien, um bei Constantin zu ver: 
suchen, was ihm bei Maxentius mißlungen war. Er hatte noch ein 
Pfand der Herrschaft mit sich, seine jüngere Tochter Fausta;2 diese 
; Ueber diese und die folgenden Ereignisse vgl. Manso, Leben C. d. Gr., 
fünfte Beilage,  und Hunziker, a. a. O., S. 216 ff., wo auch der 
Beweis geleistet ist, daß Severus nur auf A1Fordnu:tg des Maxentius 
und erst nach Maximian7s Abreise nach Gulden getödtet wurde. CZu 
Trestabernae.J  
2 Die ältere Tochter Theodora hatte er bekanntl1ch fünfzehn Jahre vk,k2
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.