Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Zeit Constantin's des Großen
Person:
Burckhardt, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-65589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-68576
und 
Sculptur 
Luxus 
Malerei; 
Stoffe; 
der 
Mosaik. 
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Materials gewiß verderblich gewirkt. Als es einmal Sitte war, die 
Statuen aus drei, ja viererlei oft sehr schwierigen Steinarten zusam: 
meuzuseHen  von den vielen aus Gold und Silber gefertigten I zu 
schweigen  so mußte der Styl dieß auf die Länge übel empfinden, 
weil er durchaus die Hauptsache zu sein verlangt, wenn er gedeihen 
soll. Man sieht in der vaticanischen Galerie U. a. die colosfalen Por: 
phhrsärge der Helena und der Constantia CMutter und Tochter Con: 
stantin,sJ, den einen mit Reiterzügen, den andern mit weinbereiten: 
den Genien sehr mittelmäßigen Sthles. Die bloße Restauration des 
erstern unter Pius VI. soll fünfundzwanzig Menschen neun Jahre 
hindurch in Anspruch genommen haben, 2 wonach man die Mühe der 
ursprünglichen Verfertigung berechnen mag. Von irgend einem un: 
mittelbaren Zuge künstlerischer Genialität ist bei diesem unglaublich 
harten und spröden Steine nicht die Rede; es handelt sich um eine 
Sklavenarbeit nach einem vorliegenden Modell. Ganz auf analoge 
Weise mußte das Mofaik die Malerei verderben. So lange es nur 
die Fußboden in Anspruch nahm, so konnte es als eine Aeußerung 
überfließender Kunstliebhaberei gelten, welche keinen Fleck, auf den 
das Auge fällt, unveredelt lassen wollte, obschon auch immer etwas 
Barbarisches dabei ist, auf Compositionen wie die potnpejanische so: 
genannte Alexanderschlacht herumzuwandeln. Seit Plinius aber war 
das Mofaik an Wände und Gewölbe emporgestiegen; 3 in den Ther: 
men, wo der gewöhnlichen Malerei von Seite der Feuchtigkeit Gefahr 
drohte, hatte diese Veränderung Vieles für sich, in andern Gebäuden 
dagegen entzog sie dem Künstler ohne Noth jedes eigenhändige Mit: 
arbeiten an seiner Schöpfung und entmuthigte ihn, weil der Beschauer 
T Hist. Aug. Claud, g0th. 2C3j. Helioga.ba1. 2. Tacit. 9.  Goldene 
und silberne Statuen noch von Eonstantin zu Rom errichtet, Amsel. 
Vict. 0Xss. 40. Vgl. Anonym. Bandu1si, p. 14. 
2 S. den officielIen Katalog des Museo PiosC1ementino, Roma 1844. 
pag. 199. 
Z P1in. Hist. nat. XXXvI, 25.  Statius I. c.  Hist. Aug. Pess 
cenn. 6. Caraca.1Ia 9. cwahrscheinlich auf Mosaiken zu beziehen.J 
XXX Tyr. 24C25J.  Syn1maohus ep. VI, 49. VIII, 42.  Wonach ein 
,Jrrthum zu verbessern ist, welcJer durch meine Schuld in die zweite 
Aufl. von Kuglet7s Geschichte der Malerei, Bd. I. S. 24. Anmerkg. 
eingeführt worden.
        

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