Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Zeit Constantin's des Großen
Person:
Burckhardt, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-65589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-66837
Der 
P0ntus. 
91 
Barbaren mit den griechischen, meist milefischen Colonien1 zusammen, 
welche als nördlichfte Vorposten des HelIenenthums seit mehr als 
acht Jahrhunderten den Pontus zu einem ,,gastlichenU CeuxeinosJ 
machten. Ein Theil derselben hatte sich längst mit einigen barbarischen 
Stämmen zu dem sogenannten bosporanischen Königreich vers 
fchmolzen, welches über die Hälfte der Krim und die jenseits der 
Meerenge von Kertfch begiunenden Abhange des Caucafus Umfaßte 
und also den Eingang des Asow7schen Meeres, vielleicht auch beträcht: 
liche Stücke von dessen Ufern beherrschte. Münzen und Jnschristen 
gewähren eine Königsreihe ohne Unterbrechung bis auf Alexander 
Severus,2 dann folgen zwischen Lücken die Namen Jninthimeuos, 
Teiranes, Thothorses, Phareanzes und unter Conftantin 317 bis 
320 nachweisbar ein König Rhadamfadis. Als Rom von den kleinen 
Königreichen seiner Ostgrenze eines nach dem andern zur Provinz 
machte, blieben nur Armenien und Bosporus verschont, welches sich 
dann mehr und mehr von Rom losgemacht und barbarisirt haben 
muß. Unter Diocletian erhoben die Bosporaner, mit Sarmaten ver: 
bunden, einen unglücklichen Krieg Z gegen ihre Nachbarn an der ganzen 
östlichen Seite des Pontus; Conftantius Chlorus, der im nördlichen 
Kleinasien gegen sie im Felde stand, rief die Cherfonnefiten auf, von 
Westen her in das bosporanische Land einzusallen, was denn auch 
mit vielem Erfolge geschah. Die Bosporaner mußten einen Vertrag 
eingehen, wobei sie fast die ganze Krim, bis auf die Gegend von 
Kertsch CPanticapseum, die alte Hauptstadt des großen MithridatJ 
an die Chersonnefiten verloren. Die griechische Colonie hatte zu ihrem 
Glück ihre Lehnspflicht gegen das römische Jmperium erkannt, wäh: 
rend der Bosporusfürst bei der allgemeinen Noth des lehtern sich 
jeder Pflicht ledig geglaubt hatte.  Im Verhältnis; zu den griechis 
schen Küstenftädten hießen diese Könige übrigens immer nur Archonten, 
T Für das Folgende s. Böckh, corpus inscrr. grasen. V01.Il, pars Xl, 
bei. die Einleitung dazu.  HUWcJS WeIkhkfkDVie, ZUfäBe, Bd. IVs 
T Mehrere Fürsten dieser Reihe führen merkwürdiger Weise die näm: 
lichen Namen, welche unter den längst erloschenen Königen von Thra: 
eien vorkommen: Cotys, Rhoemetalces, RhEsOUPVVisi 
Z Constantin. Porphyr0g. De a.dminjstr. imp. cap. 53 giebt eine Er: 
zählung davon, deren Werth hier gänzlich dahingestellt bleibt.
        

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