Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weltgeschichte in Umrissen
Person:
Yorck von Wartenburg, Maximilian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-59837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-61026
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PSVsische Weltreich. 
Das 
Kölner Dome entstanden, allerdings aber auch daraus der niedrigste 
Aberglaube genährt worden. Uebrigens ist aber gerade der Fetischis1nus 
sehr häufig keine ursprüngliche Anschauung, sondern ein Rücksall. 
Der Ahnenkultus. Von ihm ist schon zu Eingang die Rede ge: 
wesen; er ist besonders verbreitet und bleibt bestehen mit und neben 
anderen Anschauungen. 
Personifikation der Naturerscheinungen. Diese Auffassung 
der Natur als Manisestation des Göttlichen zeitigte die bedeutendsten 
der bekannten Mythologien, die griechische, die römische, die alt: 
germanische und die skandinavische und zeigt, daß diese Anschauungs: 
art dem indogermanischen Karakter besonders naheliegend ist. Doch 
trägt sie naturgemäß einen Keim schnellen zu Grundegehens in sich. 
Ahnenkult und Fetischismus vermögen sehr wohl sich zu läutern und zu 
reinerer Anschauung zu erheben. Eine Götterversammlung, deren Mit: 
glieder die vielfach sich bekämpfenden und sich vereinigenden Natur: 
erscheinungen versinnbildlichen, muß nothwendig je länger je mehr einem 
Anthropomorphismus verfallen, der ihrem göttlichen Ansehen einen nicht 
wieder gut zu 1nachenden Schaden zufügt, der sich auch deutlich schon in den 
ältesten Nachrichten ausprägt, grob in der Edda, künstlerisch fein bei Homer. 
Der Unterschied von Zeugen und Gedeihen, Vergehen und 
Wiederwachsen. Dieses als Grundlage zu nehmen setzt schon mehr 
spekulativen Geist voraus, wie er den Orientalen, vor Allen den Semiten 
eigen, die denn auch allein wirkliche Religionen herausgebildet haben. Aus 
Grund dieser Anschauung wird dann der Gedanke des Unterschiedes zwischen 
männlichem und weiblichem Prinzip in der Natur und auch der Gedanke 
des Tödtens und Gebärens den Verehrungssormen zu Grunde gelegt. 
Der Gegensatz von Licht und Nacht, nothwendig auch eine der 
ursprünglichst sich aufdrängenden Vorstellungen. Er kann zu sehr ver: 
schiedenartiger Entwickelung des religiösen Denkens Anlaß geben. Es 
kann sich aus ihm herausbilden ein Glaube an Götter und Dämonen 
als Vertreter eines Licht: und eines Nachtreiches, oder auch kann sich der 
Kampf zwischen Licht und Finsternis; nur versinnbildlicheu in dem 
Dualismus zweier gleich mächtiger und gleich ewiger Prinzipien. In 
noch anderer Auffassungsweise führt diese Betrachtungsart zur Sonnen: 
und weiterhin zur Feuerverehrung, und wenn darin auch monotheistische 
Anschauung zu Grunde liegt, so disserenzirt dieselbe sich doch nach der
        

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