Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weltgeschichte in Umrissen
Person:
Yorck von Wartenburg, Maximilian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-59837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-65005
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atlantische Welt. 
Die 
und Schweden. Es entstand hier am Westuser des atlantischen Ozeans 
ein vollkommen geschichtsloses Staatswesen und dem mit so starken und 
zahlreichen geschichtlichen Erinnerungen ringenden Ostufer, welches tief 
des Dichters ,,Weh dir, daß du ein Enkel bistH empfand, erschien dieses 
unerhörte Schauspiel als eine so helle Offenbarung, daß derselbe Dichter 
es begrüßte: 
,,Amerika, du hast es besser 
Als unser Continent, das alte, 
Hast keine verfallene Schlösser 
Und keine Basalte. 
Dich stört nicht im Jnnern, 
Zu lebendiger Zeit, 
Unnüyes Erinnern 
Und vergeblicher Streits, 
Und allerdings in diesen ersten Zeiten trat nur die starke Seite eines 
solchen Znstandes hervor, ein wunderbares Wachsen und materielles 
Gedeihen.  
In solcher Weltlage erhielt Europa abermals durch Frankreich 
den Anstoß zu neuer Bewegung. Regierende und Regierte traf dort in 
gleicher Weise Schuld und Verhängniß, daß das Staatsleben ans Flug: 
sand verblieb, kein Humus dauernder Gesetzlichkeit sich bildete. Es war 
dahin gekommen, daß nur ein zielbewußter, willenskräftiger Despotismus 
im Jnneren und Erfolge nach außen in Frankreich die Herrschaft zu 
erhalten im Stande waren. Aber war dessen auch ein Ei11zelner fähig, 
so doch gewiß nicht dauernd eine Dhnastie, und wo war Sicherheit oder 
auch nur Wahrscheinlichkeit, daß selbst ein Einzelner diesen Bedingungen 
sein ganzes Leben hindurch durchaus genüge. Es hat ihnen denn auch 
seit Ludwige; XV111. Tode Keiner mehr genügt. Zwar nach außen 
hin ward von seinem Nachfolger Karl X. ein folgen: und erfolgreicher 
Schritt gethan durch die Eroberung Algiers; auf seinen natürlichen 
Beruf ward Frankreich hier verwiesen, die große ron1anische Mittelmeeri 
macht zu sein. Allein die andere Ausgabe, feste Herrschaft im Inneren, 
vermochte er nicht zu lösen, übermächtig wirkten die internationalen 
Faktorengs Rom, Kapitalismus, 5Qe1nokratie  gegen jede sichere 
Befestigung einer gemäßigten Staatsgewalt. Mit Rom zwar verbündete 
sich das Königsthum der Bourbonen, indessen gerade diese Vereinigung 
von Klerikalismus und Absolutismus, denn auch diesen zu erlangen 
wurde in die Wege geleitet, gedachten die Franzosen trotz ihrer römischen
        

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