Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weltgeschichte in Umrissen
Person:
Yorck von Wartenburg, Maximilian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-59837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-63767
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Das 
neue Europa. 
solche Persönlichkeit, die dann einen Luther unnöthig gemacht hätte, 
sollte schließlich nicht kommen, vielmehr das weltlich:politische Herrschafts: 
moment bei dem Papstthume so das Uebergewicht gewinnen, daß es ihm 
gelang die Konzilien, welche den ersteren der bezeichneten Wege, zuerst 
Reform, dann Lösung der Papftfrage, gehen wollten, mit überlegener 
Politik auf den zweiten zu zwingen, dann aber jede Reform abzuweisen. 
Das erste dieser Konzilien, das zu Pisa, brachte es zu nichts 
Anderem, als zu den zwei vorhandenen Päpften, Gregor XII. und 
Benedikt X1I1., noch einen dritten, Alexander V., hinzuzufügen, auf 
welchen nach seinem baldigen Tode Johann XX1I1. folgte. Die Welt: 
lichen Mächte waren auch alle durch ihre inneren Zustände ernstlich in 
Anspruch genommen, keine Krone in der Lage einen entscheidenden Druck 
auf die kirchliche Frage auszuüben. Karl VI. von Frankreich war in 
unheilbaren Wahnsinn verfallen, Heinrich 1V. von England hatte reich: 
lich damit zu thun sich auf dem durch Verdrängung seines Vorgängers 
erworbenen Throne zu erhalten, und in Deutschland war Wenzels 
Mifzregiernng zwar durch dessen Absetzung ein Ende gemacht worden, 
sein Nachfolger Ruprecht von der Pfalz war aber fast machtlos. 
Nach dessen Tode, 1410, ward dann Wenzels Bruder Siegmund, 
durch Heirath König von Ungarn, erwählt. Ihm gelang es immerhin 
eine gewisse Autorität in ganz Deutschland zu gewinnen und gesteigert 
konnte diese nur werden dadurch, daß es hauptsächlich sein Bemühen 
war, welches ein neues, höchst glänzendes und allgemein beschicktes 
Konzil in Konstanz zusammentreten ließ. Dieses zwang zunächst die 
drei vorhandenen Päpste zum Verzichte, wollte dann aber die Kirchen: 
reform durchführen, ehe der neue Papst gewählt werde. Eine besondere 
Schwierigkeit und Vermittelung entstand für den Reformplan durch die 
böhmische Ketzerei, zu der das Konzil nothwendig Stellung nehmen und 
seine Entscheidung als endgültige geben mußte. 
Bis nach Böhmen waren die Lehren Wiclifs vorgedrungen und 
hatten dort an Haß einen eifrigen und überzeugten Verfechter, durch 
ihn aber viele Anhänger und weite Verbreitung gefunden. Nun also 
ward Haß vor das Konzil geladen, welches ja eben zur Beseitigung 
jeder Kirchenspaltung berufen war. Aber nicht reformatorisch, wie es 
25. 3. 1409 
8.1409 Konzil zu Pisa. 
1414s 
1418 Konzil zu Konstanz.
        

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