Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weltgeschichte in Umrissen
Person:
Yorck von Wartenburg, Maximilian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-59837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-63539
Entwickelung 
Frankreichs. 
Englands und 
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reicheren religiösen Entwickelung vernichtet und eine öde Glaubenseinheit 
errichtet, deren Schädlichkeit das heutige Frankreich nicht verkennen läßt. 
Auch in England ward damals der Keim zu noch bis heute fort; 
wirkender Entwickelung gelegt. Schon haben wir die unter Johann 
verliehene magna. charta erwähnt, und um sie ging ein dauernd und 
heftig geführter Kampf zwischen Johanns Sohne Heinrich 1II. und 
den Baronen des Reiches unter Führung des Simon von Montfort, 
Grafen von Leicester. Die grundsätzliche Frage, um die es sich handelte, 
war die der Steuerbewilligung, welche ja in einem feudalen Staate in 
allen außerordentlichen Fällen immer erst von den Vasallen zugestanden 
werden mußte. Hier nun führte der Kampf um dieses zweisellose, in 
den feudalen Verhältnissen begründete und auch in allen anderen Staaten 
bestehende Recht zu einer besonders nachdrücklichen Ausbildung desselben, 
und die es verkörpernde, zur Steuerbewilligung zusammenzuberufende 
Versammlung, zu welcher nunmehr seit Leicesters Kämpfen auch Ver: 
treter der Ritter, Städte und Burgflecken zugezogen wurden, hat sich 
dann später und allmählich zu dem englischen Parlamente ausgebildet. 
So erheben sich neben dem an seiner Kaiseridee und der Eigensnchts 
seiner Stände zerfallenden Deutschland zwei monarchische, einheitliche, 
aus besonderen nationalen Prinzipien beruhende Mächte. 
Doch so schlimm es auch um Deutschland damals aussah, auch 
hier wurden wichtige, entwickelungsfähige Zukunftskeime gepflanzt, auch 
hier sollte aus den Ruinen neues Leben blühen. Trotz der politischen 
Zerrissenheit und der immer nach Italien gewendeten Bestrebungen 
seiner Kaiser hatte der Deutsche doch vermocht seiner Kulturaufgabe 
nach Osten hin gerecht zu werden. Schon längst war die Elbe hier 
nicht mehr seine Grenze, insbesondere zur Zeit der Herrschaft Heinrichs 
des Löwen in Deutschland war die Ausdehnung des Deutschthumes gegen 
die Slawen eifrig ins Werk gesetzt worden. Pommern und Mark 
Brandenburg waren Glieder des Reiches, Schlesien zum größten Theile 
deutsch kolonisirt. Und ein hochwichtiger Schritt geschah östlich der 
Weichsel. Dorthin kamen 1233, entsendet von ihrem gewaltigen Hoch: 
meister Hermann von Salza, Ritter des im dritten Kreuzzuge ge: 
gründeten Deutschen Ordens und begannen ein Werk der Erobernng 
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Hermann von Salza 1180s19. Z. 1239.
        

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