Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weltgeschichte in Umrissen
Person:
Yorck von Wartenburg, Maximilian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-59837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-63359
Deutsches 
Königsthum. 
und fraNzs3fksThEZ 
313 
vielleicht zum Theile eben deshalb, denn den weit schwächer ausgeprägten 
Jndividualitäten der ersten französischen Könige gegenüber erhob auch 
der Partikularismus sich zu weit schwächerem Widerstande als gegen die 
großen Könige der Deutschen, denn gerade deren Größe ließ nur die 
Wahl zwischen völliger Unterwerfung und äußerstem Widerstande, 
während die unter das französische Königsthum schließlich gebeugten 
VasalIen noch gar werthvolle Herrenrechte behielten. So wuchs die 
8Monarchie unter schwachen Monarchen und sank andererseits unter be: 
sonders starken Persönlichkeiten, eine zu mancherlei Erwägungen Anlaß 
gehende Thatsache. 
Das dritte Land des europäischen Westens, Spanien, gelangte um 
diese Zeit noch nicht zu einer staatlichen Macht, die es nach außen hin 
politisch bedeutsam gemacht hätte, allein es durchlebte eben die Kämpfe, 
welche es dazu befähigen sollten ein starkes und zeitweise das stärkste 
Mitglied der sich entwickelnden christlich:europäischen Staatenwelt zu 
werden. Die mohammedanifche Ueberschwemmung, welche es überzogen 
hatte, begann zu stagniren und inselartig erhoben sich aus ihr christliche 
Herrschaftsgebiete, mehr und mehr die feindlichen Fluthen zuriickdrängend 
und sich ausbreitend. Solche waren das zuerst Mitte des 8. Jahr: 
hunderts entstandene Königreich Asturien, es dehnte sich dann aus und 
ward Anfang des 10. Jahrhunderts zum Königreiche Leon und dieses 
dann Mitte des 11. Jahrhunderts, l037, mit dem Königreiche Castilien 
vereint. Castilien hatte erst einen Theil der ausgedehnten Herrschaft 
gebildet, die Sancho III. f einem Ende des 9. Jahrhunderts zum Königreiche 
gewordenen Stammlande Navarra mit dessen fast ungemifcht erhaltener 
baskischer Urbevölkernng hinzuerworben hatte, die aber nach seinem 
Tode der Theilung verfiel; zu dieser Herrschaft gehörte auch die Graf: 
schaft Aragon, während die Grafschaft Barcelona, auch Catalonien ge: 
nannt, selbständig geblieben war und dann gegen Mitte des 12. Jahr: 
hunderts Aragon mit sich vereinigte und unter des Letzteren Namen 
Königreich wurde, wie dieses zu gleicher Zeit, 1139, auch mit Portugal 
geschah. 
Alle diese christlichen Kleinstaaten bewiesen zwar oftmals recht 
pAVtkkUIC1Vkftifkhe1i Sinn und haderten nicht selten untereinander, dennoch 
blieb im Ganzen der Gedanke die Anhänger des Propheten als den 
gEU1ekI1fMUM Feind zu betrachten lebendig und zwar nicht zum wenigsten
        

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