Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weltgeschichte in Umrissen
Person:
Yorck von Wartenburg, Maximilian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-59837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-63188
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Papstthum 
Kaiserthum und 
fremd bleiben, sondern mußte selbst in ihnen die Entscheidung geben. Jus 
dessen, daß er soeben erst Deutschland gegen innere und äußere Gefahren 
ernftester Natur zu sichern gehabt hatte, das hätte ihm zeigen sollen, 
wie wenig zukunftssicher eine Jmperatorenpolitik für den deutschen König 
war. Jedoch gerade dieser Le1zteren waren alle seine Gedanken znge: 
wendet. 
Juli 982 
In Jtalien hatte er zu kämpfen um die Mitgift seiner Gemahlin 
gegen Griechen und Mohammedaner nnd nach ersten Erfolgen erlitt 
er bei Cotrone am 13. Juli 982 eine vollständige Niederlage. Und 
nun zeigte sich, auf wie schwachen Füßen die zu hochgeschraubte Stellung 
eines Herren des Abendlandes, welche Otto im Auge hatte, stand. Diese 
Schlacht an des Reiches äußerster Grenze, verloren gegen Feinde, welche 
für dessen Bestehen nicht ernsthaft gefährlich werden konnten und das 
auch gar nicht anstrebten, erschütterte dessen gesammten Bau. Zwar 
suchte auf einem großen Reichstage zu Verona Otto alle Kräfte Deutsch: 
lands und Italiens aufzubieten, aber wie anders stand er doch da als 
sein Vater. Der hatte die Thronfolge ihm aus eigener Machtvoll: 
kom1nenheit bestimmt, er jetzt mußte, um sie seinem Sohne zu sichern, 
eine Wahlhandlung vornehmen lassen und so die gefährliche Richtung 
auf die Wahlmonarchie, welche Deutschland seit dem Tode Ludwigs des 
Kindes eingeschlagen hatte, erneut betreten. Wenn Jemand, so konnten 
die starken Sachsenkönige den Grundsatz der Erblichkeit der Krone zu 
sicherer Geltung bringen; daß er schon jetzt wieder durchbrochen ward, 
mußte von entscheidender Nachwirkung werden. Und hatte im Süden 
der Kaiser seiner Feinde nicht Herr werden können, so bedrohten solche 
auch im Norden den König, Die Dänen Und die Wenden brachen über 
die von Otto I. neu gesteckten Reichsgre11zen ver1oiistend herein, und 
unter so schwerer Erschiitter1n1g seines ganzen Machtbereiches starb der 
Kaiser. während der Sohn und Erbe, den er hinterließ, nur drei Jahre 
alt war. 
Unter diesen Umständen war es nur natürlich, daß die kaum zur 
Botmäßigkeit gebrachten Potenzen, die Kirche und die Landeshoheiten, 
sich sogleich wieder zu rühren begannen, und ihr Einfluß im Steigen 
blieb. Allein, als dann 995 der jugendliche Otto 1I1. selbst die 
Regierung antrat, da that er es so ausschließlich in dem Geiste Univers 
sal,er Weltherrschaft, war so erfüllt von der überwältigend hohen Würde 
nnd Bedeutung seiner Mission, schwang sich so leicht über alle praktischen
        

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