Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weltgeschichte in Umrissen
Person:
Yorck von Wartenburg, Maximilian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-59837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-62845
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Morgenland und Abendland. 
geben ihr eigen ist, gebären naturgemäß auch viel zentrifugale Kräfte, 
und denen steht gegenüber die unbedingte Konzentration der Kraft, 
welche, eben wegen der Ausschließlichkeit ihrer Grundsätze, den anderen 
Mächten zu Gebote steht; auch den ersten großartigen Erfolgen der 
mohammedanischen Araber lag ein solches konzentrirtes Kraftaufgebot zu 
Grunde. Mächtig haben Spanier und Franzosen die Volkskraft in 
sestgeschlossenen Staatsbildungen zusammengefaßt und der germanischen 
Welt entgegengestellt; in gleicher Weise tritt heute Rußland gegen die 
Germanen auf den Plan, welchen die staatliche Jndisziplin so tief im 
Blute steckt. Zu hoffen ist jedoch, daß der Protestantismus je länger 
je mehr als ein Korrektiv wirken möge, denn kein Bekenntniß betont 
so wie er den Gehorsam gegen die weltliche Gewalt und deren Ursprung 
als von Gott, so wie auch kein anderes so willig die Kompetenz der 
staatlichen Machtbefugniß anerkennt, die Grenze, was des Kaisers ist, 
so weit bemißt, während Jslam, römische und byzantinische Kirche solche 
Grenze grundsätzlich überhaupt leugnen und in letzter Jnstanz über 
jeder Machtäußerung des Staates ein sie regulirendes und bestimmendes 
Reiht der Kirihe verkünden. 
Nachdem Tarik in Spanien Fuß gefaßt hatte, begann nun die Erobes 
rung des Landes; die Macht der Westgothen ward in der mehrtägigen, 
Ju1i7u am 19. Juli 7l1 begonnenen Schlacht von Xeres de la Frontera 
CeigentliO zwischen Conil und Vejer de la Frontera unweit Cadiz ges 
schlagenJ niedergeworfen und dann von ihm und seinem später an seine 
Stelle tretenden Vorgesetzten Mussa die gesammte Halbinsel unter: 
worfen. Jndessen kaum war das geschehen, so gingen die Bekenner des 
Jslam abermals weiter, über die Pyrenäen hinaus nach Frankreich 
hinein, und hiermit stießen sie auf den Kern der christlich:germanischen 
Welt, damit aber auch auf den ihrer Ausdehnung Ziel und Schranken 
setzenden Widerstand. 
Das Reich der Franken war, wie wir gesehen haben, im ersten 
Viertel des 7. Jahrhunderts unter Chlotar II. wieder vereint worden, 
und hierbei hatten, als es sich um Zurückgewinnung der Herrschaft 
über Austrasien handelte, eine entscheidende Rolle zu Gunsten Chlotars 
 gespielt Männer des Geschlechtes, welches später des gesammten Franken; 
Volkes, ja des ganzen christlichen Westeuropa Geschicke leiten sollte, 
nämlich die austrasischen Magnaten Pippin und Arnulf, dieser Bischof
        

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