Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weltgeschichte in Umrissen
Person:
Yorck von Wartenburg, Maximilian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-59837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-62791
Jslam. 
Ausbreitung des 
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des staatlichen Lebens beizubehalten und sich damit zur Unmöglichkeit 
der Kulturentwickelung zu verurtheilen. Jüdisches Religionsgesetz ver: 
bietet Kastration von Mensch und Thier, aber Solches ist eine geistige 
Kastration. Diese Verquickung des staatlichen mit dem religiösen 
Elemente hat Spanien ins Verderben geführt, hat Frankreich einen 
Schaden zugefügt, der jetzt allmählich merkbar wird, und wirkt gerade 
heutzutage so schlimm in Rußland, wo sie in so hohem Grade durch: 
geführt wird. Die islamitische Welt hat sie gänzlich und auf immer 
von uns abgetrennt. Zwar auch dem Römer erschien der Numidier, 
Aegypter, Syrer als ein fremdartiges Element, aber doch als ein solches, 
mit welchem schließlich eine Kultureinheit herzustellen, sie zu rö1nischer 
Anschauung zu erziehen möglich sei. Für uns sind die jnohammedani: 
schen Orientalen absolute Fremdlinge, zu deren Anschauungen von uns 
und von denen zu unserem Geiste keine Brücke zu schlagen ist. 
Nach Mohammeds Tode trat sein Schwiegervater, Vater der 
Aischa, der nach dem Tode der Chadidscha von ihm geehelichten Lieblingss 
srau des Propheten, der treugläubige Abu Bekr als Stellvertreter 
 Chalise  des Propheten, an die Spitze des Gemeinwesens, welches man 
als einen Staat kaum bezeichnen kann, und nunmehr begann sogleich, 
nach Unterdrückung einiges, sich bei solchem Wechsel naturgemäß noch 
einmal erhebenden Widerstandes, die kriegerische Ausbreitung des Jslam 
auch über die Grenzen Arabiens hinaus. Und noch ausgiebiger und 
erfolgreicher geschah dieses unter dem nach Abu Bekrs bald erfolgendem 
Tode zu seinem Nachfolger werdenden Omar, dem ersten, der den Titel 
Beherrscher der Gläubigen  Emir ul mumenin  annahm. Schon 
636 erfolgt nahe bei dem See Genezareth die Entscheidungsschlacht, 
welche Syrien und Palästina, ein Jahr darauf nahe dem Euphrat die, 
welche ganz Persien den Arabern ausliefert. Auch Aegypten fällt in 
ihre Hände durch den ehrgeizigen,, und fähigen Feldherren Amr 
und von dort aus wird dann unter Omars Nachfolger, Osman, aus 
dem Hause Omaija, Schwiegersohn des Propheten, noch die Südküste 
des mittelländischen Meeres bis einschließlich Tunis erobert, während 
im fernen Osten von Persien aus die Waffen der Mohammedaner bis 
in die Chanate Herat und Balch gelangen. 
Wiederum müssen wir der ersten Zeiten des Christenthumes und 
der so völlig anderen Art der Ausbreitung desselben gedenken. Nach 
Weltgeschichte in Uscrissen.  I7
        

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