Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weltgeschichte in Umrissen
Person:
Yorck von Wartenburg, Maximilian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-59837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-62572
Athanasianer und 
Arianer. 
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Besiegung der Prätendenten, Clemens Maximus und Eugenius, das ges 
sammte Reich, Westen und Osten, in seiner Hand zusammenzufassen, 
aber schon war es unmöglich geworden es wieder zu einer wirklichen 
dauernden Einheit zu gestalten. Zu all den anderen Gründen innerer 
Auflösung und Entzweiung trat jetzt noch der seit dem Konzil von 
Nikäa festgelegte Gegensatz zwischen Athanasianern und Arianern hinzu, 
welcher nunmehr gerade noch einschneidendere Bedeutung gewann dadurch, 
daß Theodosius vermittelst des Konzils von Konstantinopel die Lehre 
des Athanasius auch für die Osthälfte des Reiches, wo die des Arius 
noch vorgewaltet hatte, zur allein berechtigten erhob, den Arianismus 
mit Anwendung harter Mittel zu unterdrücken trachtete. Wir haben 
allen Grund Antheil an dieser Erscheinung zu nehmen, ist ja doch das 
Gleiche lange Zeit hindurch auch unseres Vaterlandes Schicksal gewesen, 
nur mit anderem Ausgange, denn der athanafianischen Lehre gelang es 
schließlich wirklich die ,,katholische0 zu werden, den Arianismus als 
Jrrglauben auszurotten, Deutschland lernte nach den schweren Religions: 
kämpfen des 16. und vor Allem des 17. Jahrhunderts im 18. die 
Gleichberechtigung beider Bekenntnisse ertragen, ja bald als werthvolle 
Errungenschaft schätzen, erst im 19. Jahrhunderte traten wieder die 
Anzeichen ultramontaner Unduldsa1nkeit nnd päpstlicher Herrschafts: 
auspriiche bedrohlich hervor; mögen beide Theile sich die Lehren der 
Geschichte zur Warnung dienen lassen, ein Kampf müßte uns tiefer als 
je in politisches Verderben stürzen, und selbst der vollständige Sieg des 
einen der beiden Theile würde nicht zu unbedingtem Segen ausschlagen. 
Sehen wir doch dieses.an dem allzu ausschließlich katholisch gewordenen 
Spanien und andererseits sehen wir gerade jetzt, wie das allzu auss 
schließlich protestantifch gewordene England verlernt hat der römischen 
Kirche gewachsen zu bleiben und mehr und mehr vor ihr erliegt. 
Die Reichseinheit, äußerlich wie sie nur war, iiberlebte denn auch 
den Theodosius nicht, als dieser am 17. Januar 395 starb. Seine 
beiden Söhne, der ältere Arkadius und der jüngere Honorius, oder 
vielmehr Beider leitende allmächtige Minister, der Gallier Rusiuus, 
und der Germane Stilicho einigten sich dahin, daß dein Ersteren der 
Kaiserföhne der Osten, dem Letzteren der Westen zufiel, und von da an 
blieb die Trennung endgültig, vertiefte sich der Gegensatz immer mehr. 
Aber schon regte sich übermächtig das neu eingedrungene fremde Element.
        

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