Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weltgeschichte in Umrissen
Person:
Yorck von Wartenburg, Maximilian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-59837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-61576
Kriegsl11st und 
Friedenspolitik. 
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li.ches Schauspiel großen Gewichtes zu sehen, wie dieses römische Volk 
in unablässiger Kriegsarbeit ringt und wächst, wie fremd ist uns 
Friedensgewohnten, nach Frieden Lechzenden diese immer erneute Bereit: 
willigkeit des Krieges Last auf sich zu nehmen. Aber vergessen wir 
nicht hierbei die nothwendige Kehrseite, denn damit hängt zusammen die 
schon öfter erwähnte Schnelllebigkeit der antiken Völker, sie erschöpfen 
eben ihre beste Manneskraft zu schnell, und wir, denen das Christen: 
thnn1 gelehrt hat, den greifbaren politischen Vortheil gegen das höhere 
Gut des Friedens mit den Nachbarn hintanznset;en, erhalten uns länger. 
Bei Beginn dieser geschichtlichen Betrachtungen sagte ich, daß Völker 
weiblicher, passiver Veranlagung weit länger dauern als männliche, 
aktive, und solche ersterer Art sahen wir zu Beginn der Geschichte, als 
eben das vorgeschithtliche Dunkel anfängt sich zu erhellen, vielleicht daß 
nun diese Dauerhaftigkeit mit dem Fortschritte der Kultur auch aktiven 
Völkern zu Theil wird, aber eben unter der Bedingung, daß sie die 
konservirende Ruhe freiwillig als klar erkannte sittliche Pflicht auf sich 
nehmen und zur Aktion, dann aber 1uit vollster männlicher Kraft, nur 
schreiten, wenn ihre höchsten Güter, ihr Dasein selbst bedroht sind. In 
solchem Sinne hat Bismarck die Politik seiner letzten zwanzig Jahre 
geführt, möge die Zukunft ihm Recht geben, möchte nicht doch etwa hier 
das Ruhebediirfniß Gefahren der Zukunft gegenüber zu vorherrsihend 
gewesen sein, Gefahren, denen ein Volk wie die Römer lieber herauss 
fordernd entgegenging. 
Sie fühlten dumpf und instinktiv, daß ein Weltkrieg und als dessen 
Ergebnis; eine Vorherrschast in der europäischen Welt in der Luft lag, 
sie fühlten sich zum Anspruch auf diese Vorherrschaft berechtigt, und so 
eröffnete das zukunftssichere Volk an der Tiber den Krieg 265 durch 26s 
Entsendnng einer Flotte und eines Landungsheeres nach Messana. In 
schnellem Anlaufe gewannen die Römer den Osten der Insel und damit 
auch das Bündnis; Hierons von Syrakus, des mächtigsten der dortigen 
Dynasten. Während des Jahres 262 dreht sich dann der Kampf um 
Agrigent CGirgentiJ, für Karthago die Eintrittspforte nach Sicilien, 
die dieses sich frei zu machen, Rom zu schließen sucht. Die Römer 
nehmen endlich 262 die Festung ein. Und nun thun sie den entscheidenden :62 
264s241 Erster punischer Krieg.
        

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