Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Nürnberg
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-57405
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-57837
Nürnberg. 
H. Jahrhunderts ausgeführter dreischiffiger Bau mit ansehnlichem Chor und einem 
den westlichen Abschluß bildenden, unvollendet gebliebenen Querhaus hat sich er: 
halten. Nach der Einführung der Reformation ihrem eigentlichen Zweck entzogen hat sie 
seit x620 den Z1keistersingern bei besonderen Anlässen zur Abhaltung ihrer Singschulen 
gedient. Auch dem H. Jahrhundert dankt Nürnberg eine größere Klosteranlage: 
die Kartause. Von ihr sei später die Rede. Zunächst gilt es, das Bild zu ver: 
vollständigen, welches die Stadt im sZ. Jahrhundert bot und zu zeigen, in welcher 
Gestalt sie in das H. Jahrhundert trat. 
Dank ihrem durch besondere kaiserliche Privilegien bedeutend geförderten 
Handel war die Stadt schon in der ersten Hälfte des sZ. Jahrhunderts zu einem 
so großen Gemeinwesen angewachsen, daß man Ich in der 21Iitte des Jahrhunderts 
genötigt sah, einen neuen 2Nauerring zu schaffen, der die Pegnitz weit überspringend 
sich in großem Bogen um den alten Gürtel herumzog. Von ihm hat sich glücklicher: 
weise so viel erhalten, daß wir noch heute dem MaUerz11ge fast ohne Unter: 
brechung zu folgen vermögen. Der Gang ist lohnend, weil wir dabei auf eine 
Reihe malerischer Bilder stoßen. 
Die für die damalige Zeit starke Befestigungsanlage bestand aus einer starken 
Quadermauer mit hölzernen IVehrgängen, hohen Türmen, davorgelagertem Zwinger 
und einem mit gen1auerten Wänden abfallenden Graben. Die Mauer selbst ist freilich 
bis auf wenige Reste verschwunden, aber ihre wichtigsten Türme stehen noch, und wenn 
auch meist zugeschüttet und überbaut, so läßt sich doch an vielen Stellen der Stadtgraben 
noch deutlid7 verfolgen, am besten an der Ostseite südlich von dem aus dem s5. Jahr: 
hundert stammenden aber s508 in den Formen der Spätgotik ausgeftalteten und 
in seinem oberen Teil erst im Jahre 156s ausgebauten tLaufersä2lagturm. Die 
gute Erhaltung dieser Grabenstrecke erklärt sich daraus, daß sie im Jahre 1485 
den ArmbrustschütZen als Schießgraben eingeräumt worden war. Sonst wäre es 
ihr wohl so ergangen, wie dem sich vom 8Lauferschlagturm gegen die Burg hin 
ziehenden Graben, den man im Jahre 1Ik88 ausfüllte, um Platz zu gewinnen zu 
den, die sieben Zeilen genannten, sieben querlaufenden Häuserreihen für die aus 
Schwaden eingewanderten Barchentweber. Auch das in unmittelbarer Nähe jenes 
Turmes kurz darauf erbaute 8Landauerbrüderkloster machte es nötig, hier den Graben 
auszufüllen, obgleich man erst im Jahre H84 über diesen Teil eine steinerne 
Brücke geführt hatte. Der mustergültige Stadtplan, den zum Aerger des um 
die Sicherheit der Stadt bangenden Rates im Jahre x608 der städtische Kanzlei: 
schreiber Hieronymus Braun9s mit Angabe eines jeden einzelnen Hauses ge: 
zeichnet hat, lehrt, daß die am Ende des Schießgrabens nach Westen umbiegende 
Mauer sich nicht am Flußrande, sondern in einiger Entfernung von diesem hinzog, 
um dann an der Stelle der heutigen Synagoge nach Süden abzubiegen. Noch 
ragt aus der Pegnit5 der Brücenpfeiler heraus, auf dem die beiden Bogen ruhten, 
mit denen hier die Mauer den Fluß überschritt, noch steht am Ufer der einst den 
Brückenkopf bildende gedrungene Turm, und ragt an der anderen Uferseite der 
durch Gabelung des Flusses gebildeten und als Schütt bezeichneten Jnsel der hohe 
Mauerturin empor, von dem aus mit drei Schwibbogen die Mauer über den 
südlid7en Pegni1Zarm geführt wurde. Jhm entsprach auf dem südlichen Ufer ein
        

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