Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wege zur Kunst
Person:
Ruskin, John Feis, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-51021
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-52831
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Schönheitssinne beigesellten Schrecken ab: dem Gefühl, 
das ein Kind im dunklen Zimmer hat, oder das ein 
Kranker hat, der häßliche Träume sieht. Die Griechen 
haben niemals häßliche Träume. Sie konnten nichts 
Häßliches zeichnen. Zuweilen strengen sie sich über: 
menschlich an, um etwas Häßliches zu machen, z. B. 
den Medufenkopf; doch gelingt es ihnen ganz und 
gar nicht, weil sie vor nichts erschrecken. Sie machen 
ein breites Maul, scharfe Zähne, ausgeschwollene 
Backen und glot;,ende Augen. Und nachher ist die Sache 
nur lächerlich, nicht im Mindesten schreckenerregend; 
ihrem Herzen fehlt die Furcht.  Schwermuth, 
Staunen, oftmals tiefer Kummer nnd tiefe Trostlofigi 
keit: das Alles kennen sie; niemals aber den Schrei 
cken. Allzeit gefaßt in der Gegenwart jeglichen Ver: 
hängnisses; und entzückt über die Schönheit, die 
mögliche, die erreichbare; fürwahr, keine vollkommene, 
sondern eine solche, die in vollkommenem Einklang mit 
sich selber steht. Dies ist wahrlich eine Art Kunst, die 
zuweilen anzuschauen und über die zuweilen nadhzus 
denken selbst in diesen unseren Tagen fördcrsam ist. 
Zuweilen anzuschauen, nicht beständig, und nie: 
mals als Modell zur Nachahmung. Denn Sie sind 
nicht Griechen, sondern, zum Guten oder zum Schlech: 
ten, Engländer, und Sie können nichts Gutes thun, 
wenn es auch tausendmal schaffenswerth wäre, außer 
das, wozu ihre englischen Herzen Sie antreiben nnd
        

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