Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gothik und Renaissance
Person:
Ruskin, John Feis, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-49522
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-50138
Ihre Uek1erIadenheit. 
Es giebt viele gothische Bauwerke und zwar aus 
der Blüthezeit, an welchen durchaus keine überreiche 
Verzierung zu finden ist. Sie wirken zumeist durch 
die schlichte Schönheit ihres Grundrisses und durch 
ihre wenig verwickelten, in richtigem Verhältniß zu 
einander stehenden anmuthSvol1en Formen. Die am 
meisten charakteristischen gothischen Bauten verdanken 
dennoch einen gewissen Theil ihrer Wirkung 
der überreichen Aus-schmückung, und viele, die am 
mächtigsten aus den Geist der Menschen wirkten, 
haben nur in Folge dieser Beschaffenheit diese Wir- 
kung erlangt. Wiewohl auch der, welcher sich einge- 
hend mit der Gothik beschäftigt, sich einen Geschmack 
bilden mag, dem einige vollkommenen Linien eher ge- 
fallen, als eine mit Steinverzierungen iiberreich ge- 
schmückte Fa(;ade, so dürfte dennoch der Bau nicht als 
der beste gelten, der solch einem Geschmacke entspricht. 
Denn, wie ich oben gezeigt, bleibt die erste Grund- 
bedingung des gothischen Baustils die, daß er die 
schlichtesten wie auch die erhabensten Geister mitwir- 
ken läßt und sowohl bei diesen als jenen Bewunde- 
rung wachrust. So widersinnig die Behauptung auch 
klingen mag: sein Reichthum ist gewissermaßen ein 
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