Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gothik und Renaissance
Person:
Ruskin, John Feis, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-49522
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-50056
haben das intime Leben der Pflanzenwelt weder be- 
wundert noch zum Ausdruck gebracht, indessen sich 
der gothische Werkmann mächtig von ihm angezogen 
fühlte. Er bemühte sich, alle die Charakter-Eigen- 
thümlichkeiten des lebendigen Laubwerk-Z so naturge- 
treu wiederzugeben, als es die GeseHe seiner Kunst 
und die Beschaffenheit seines Materials erlaubten, 
wobei er sich oftmals durch seine Begeisterung ver- 
leiten ließ, die GeseHe zu überschreiten und das Ma- 
terial zu verhüllen. 
Dies ist insofern von besonderer Wichtigkeit, als 
es gleichzeitig auf eine höhere Zivilisation und eine 
höher entwickelte mildere Gemüthsart hinweist, als 
je zuvor in der Architektur zum Ausdruck gelangt sind. 
Rauhe Ursprünglichkeit und Neuerungslust, die wir 
als die Haupteigenschaften der Gothik hinstellten, End 
im allgemeinen auch die Eigenschaften jeder gesunden 
Schule. In diesem Falle jedoch kommt eine zarten 
Eigenschaft hinzu, für die gothische Schule insbesondere 
kennzeichnend. Die Roheit oder Unwissenheit, die bei 
der künstlerischen Behandlung des menschlichen Körpers 
als schmerzlich empfunden worden wäre, find den- 
noch nicht so groß, um die wirkungsvolle Wiedergabe
        

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