Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gothik und Renaissance
Person:
Ruskin, John Feis, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-49522
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-50971
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eine praktische und ernste Religion, der wir neun 
Zehntel unseres Besitzes und sechs Siebentel unserer 
Zeit widmen. Und wir streiten sehr viel um die no- 
minelle Religion; doch hinsichtlich dieser praktischen 
Religion sind wir einstimmig. Ich denke, Sie werden 
zugeben, daß im allgemeinen diese herrschende Göttin 
am besten als die Göttin ,,des Vorwärts-Kommens" 
oder als ,,Britannia des Marktes" bezeichnet werden 
dürfte. Die Athener hatten eine ,,Athene Agoraia" 
oder Athene des Marktes. Sie war jedoch ihrer 
großen Göttin untergeordnet, indessen unsere ,,Britannia 
Agoraia" unsere Hauptgöttin ist. Und ihr sind na- 
türlicherweise alle unsere architektonischen Werke ge- 
widmet. Seit langer Zeit haben wir keinen großen 
Dom mehr gebaut. Wie Sie mich aus-lachen würden, 
schlüge ich vor, auf einem Hügel Bradford"s einen zu 
bauen, um die Stadt zu einer Akropolis zu machen! 
Aber Ihre Eisenbahndämme, gewaltiger als die Mauern 
Babylon?-; Ihre unzähligen Bahnhöfe, gewaltiger als 
der Tempel zu Ephesus! Ihre Fabrikschornsteine - 
wie viel höher und kostspieliger sind sie als Domthürme! 
Ihre Hafendämme, Ihre Warenhäuser, Ihre Börsen 
Sie alle sind zu Ehren Ihrer gewaltigen Göttin ,,des 
Reichwerdens" gebaut: sie hat Ihre Architektur gestaltet 
und wird, so lange Sie fortfahren, ihr zu huldigen, sie 
weiter gestalten. Es ist vergeblich, mich zu fragen, wie 
Sie ihr bauen sollen. Sie wissen es besser, als ich.
        

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