Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schloß und Schule von Fontainebleau
Person:
Kolloff, Eduard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-46908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-47136
Schloß 
Und 
Schule 
VOU 
Fontainebleau. 
287 
ster gebaut, und zwar von französischen Künstlern, die 
dabei jenen neuen Renaissancegeschmack angewendet, der 
von fremden Bauformen sich alles angeeignet, was er 
zierlich und brauchbar gefunden. In dieser neuen Bau: 
weise hatte sich das Altgothische mit Reminiscenzen an: 
tiker Monumente schön verschmolzen, und die Neubauten 
dieser Art vereinigten, bei einer reisenden Fülle von 
Verziernngen, ungemeine Eleganz und Leichtigkeit mit 
großer Dauerhaftigkeit und richtig abgewogene1n Verhiilt: 
niß. Die Franzosen hatten dazu die Hülfe italienischer 
Bauineister nicht nöthig, denn sie bcsaßcn, wie gesagt, 
schon eine Menge tüchtiger Künstler, die, von dem neuen 
Modegeschmack angespornt und vielleicht von den fran: 
zösischen Königen mit über die Alpen genommen, jenen 
Umschwung in der Baukunü herbeigeführt hatten, lange 
vor der Ankunft des Vignola und Scrlio, die den ita: 
lienischen Baustyl mitbrachten, der vielleicht reiner, aber 
für die einheimisrhe Lebensweise und das nördlithere 
Klima gewiß nicht so zweckn1cißig ist, als der national: 
französische RenaisTancestyl. Die Schlösser Guillon, Blois, 
Chambord, Ehenonceaux sind als Muster dieses Styls 
zu betrachten, und die Franzosen hätten unstreitig besser 
gethan, eine zierliche und gefälIige Bauweise von so ori: 
ginelle1u Charakter festzuhalten, als die platten D.icher, 
die ofenen Logg.ien und Säulenhallen Italiens in einen 
ganz andern Himmelsstrich zu verlegen und ein von den 
Vorfahren überliefertes Baumuster zu verlassen, durch 
dessen weitere Ausbildung und Vervollkommnung die 
französische,Architektur zu eigenthümlither Schönheit und 
volksthümlicher Vortrefflichkeit hätte gelangen können, 
anstatt in jene Frrm: und Phantasielosigkeit auszuarten,
        

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