Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-43027
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-46758
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PDkEV Janfsen. 
gende Kampf mit Frankreich die furchtbaren Gefahren-der 
Uneinigkeit der Deutschen dem Auslande gegenüber jedem 
Patrioten gezeigt hatte, so wählte der mit dem sichern Blick 
des Genies und der Empfänglichkeit desselben für alle Zeit- 
strömungen ausgestattete junge Mann selbständig für seine 
Entwürfe die ,,Geschichte Hermann des Cheruskers". 
Es geschah das ebensowohl, um an der Schlacht im Tenta- 
burger Walde die Erfolge der Einigkeit, als an der Ge- 
fangenschaft Thusneldens und dem Verrath Segest7s den 
Fluch der Zwietracht darzustellen, und dann im Tode Her- 
manns und in der allgemeinen Trauer um ihn eine Art 
Versöhnung zu geben. Das that er denn auch mit einer 
solchen Wuiht und solcher flammender Begeisterung, daß das 
Preisgericht nicht umhin konnte, ihm den ersten Preis zu 
ertheilen, wenn es auch die Ausführung dem vom Programm 
ganz und gar abgewichenen Künstler nicht zu übertragen 
wagte. Es griff daher zu dem Mittel, eine neue Konkurrenz 
auszuschreiben, in welcher die Wahl der darzustellenden 
Stoffe den Künstlern selbst überlassen wurde. Zieht war 
Janssen seiner Sache sicher und beschloß zu seinen Skizzen 
gleich auch noch den Carton zur Hermannsschlacht selber 
zu zeichnen. Zu diesem Behufe gierig er, hauptsächlich um 
ganz frei zu sein, 1869 nach München. Dort traf er jene 
ganze geniale Jugend noch beisammen, die seither so viel 
Ruhm geerntet hat, Makart, Max, Desregger, und erhielt 
eine ungeheure Anregung. Ohne viel intimen Un1gang zu 
pflegen, genoß er die Reize Münchens wie der neuer"runge- 
neu Freiheit und zeichnete mit allem Eifer an seinem Carton. 
Als 1870 der Krieg ausbrach, war er beinahe fertig. 
Die sprühende Begeisterung jenes herrlichen Jahres, die
        

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