Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-43027
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-46067
Formenfülle, die er in höherem Maße besitzt als alle an- 
deren deutschen Bildhauer, von den aus3erdeutschen, die nach 
der ersteren Seite hin überhaupt nur wenig leisten, gar 
nicht zu sprechen. Daß hier wie beim Tag alle Figuren 
stehen und thätig sind, gibt einen sehr glücklichen Gegensatz 
zu den beiden siZenden, der Ruhe und dem Genuß lebenden 
auf den Gruppen des Abends und der Nacht. 
Jetzt ward auch die Figur der Stadt Speyer fertig, 
die er für Rietschels Lutherdenkmal übernommen und nach 
dessen Skizze modellirt hatte. Ebenso Büsten des Geheimen 
Medizinalraths Unger, des Ministers Falkenstein und des 
Geheimen Raths Wächter. Dann konkurrirte er mit um das 
Rietscheldenkmal und trug auch den Preis davon. In dem- 
selben Jahr 1868 ward denn noch die legte der Gruppen 
für die Brühl"sche Terrasse, der  fertig und diese be- 
deutende Arbeit dadurch glücklich zu Ende gebracht. 
Der Tag nun ist als ein prächtiger Mann mit dem 
fruchtspendenden Füllhorn in der Linken und dem Lorbeer- 
reis als Siegespreis in der Rechten aufgefaßt, zu beiden 
Seiten Knaben, von denen einer als Strebender auch schon 
nach dem Lorbeer greift, während. der andere, weniger ideal, 
aber tüchtig arbeitend, den Fuß auf dem Grabscheit, sich 
nach dem solideren Lohne der aus dem Füllhorn qnillenden 
Früchte umsieht. Der Tag selber, voll realistischer kecker 
Thatkraft mit durchdringendem, Blick und troHigem Sinn 
ist auch nicht weniger fein charakterisirt als die übrigen 
Figuren, wie denn alles an denselben so durchdacht und 
überlegt ist, trotz der glücklichen Inspiration, daß man nicht 
anders kann als Schilling durchaus den hoihgebildetsten 
unter den sogenannten ,,denkenden Künstlern" znzure(huen.
        

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