Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-43027
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-45564
Anselm Fenerbach. Besonders reizend ist die im Costüm 
der Revolutionszeit aufgefaßte Punschgesellschaft, welche, den 
Trank bereitend, zugleich in jeder ihrer Figuren einen der 
Bestandtheile desselben darstellt. So finden wir in den 
Männern als Geist den Dichter selber, und einen leeren 
Schwätz,er als sein Gegentheil, den sprndelnden Wasser- 
schwall, während als Zucker eine süße Vlondine und als 
Citrone eine schärfere und geistreiehere Brüneite ihnen zu- 
gesellt und so ein wahres Meisterstück feiner, lebensvoller 
Personifizirung von Begriffen geschaffen wird, wie es un- 
seren meisten Historienmalern kaum je gelungen. 
Im Jahre 1855 Wittwer geworden, hatte er, der 
überhaupt den stärksten Familiensinn und besonders eine 
Zärtlichkeit für seine Kinder besaß, die man dem oft so 
flüchtig erscheinenden Manne "kaum hätte zutrauen sollen, 
sich schon 1857 wiederum sehr glücklich mit der schönen 
Schwester seines Freundes Dr. Schau,-,enbach vermählt. 
Diesem Ehebunde verdankte er nicht am wenigsten die Stim- 
mung zu so heiteren Bildern, wie sie dieselben in ihrer 
Gesammtheit zur reinsten Huldigung der Frauen geftaltete, 
welche allerdings diese Verherrlichung auch mit der aus-" 
gesprodhensten Gunst belohnten. 
Der große Erfolg dieser im besten Sinne modernen 
Arbeiten gab 1860 Veranlassung zur Berufung des Künst- 
lers-als Professor an die neugegründete Kunstschule nach 
Weimar. Dort zeigte es sich bald, daß er ein vortrefflicher 
Lehrer war, der seine Schüler in hohem Grade anzuregen, 
und ihnen zugleich ihre individuelle Empfindung zu lassen, 
ja die besondere Fähigkeit eines jeden herauszufinden ver- 
stand, was den jungen Leuten selber oft so schwer gelingt. 
. .
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.