Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-43027
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-45507
TrcL-dener Aufenthalt. 
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nisse an, während er unausgeset3t skizzirte und besonders 
durch den sprühenden Humor wie die beißende Schärfe seiner 
Karikaturen alle Welt außer den Originalen derselben ent- 
zückte. Schon früh zeigte er dabei jenen festen Strich, jene 
Fähigkeit mit ein paar Linien das Charakteristische einer 
Sache wiederzugeben, jede Form zu beleben, die, wenn nicht 
das einzige, doch das sit-herste Zeichen ächten Talents sind. 
Um sich auszubilden schickte man ihn nun- ein Jahr auf 
Reisen, wodurch wohl seine Gewandtheit, aber weder seine 
diplomatischen Talente noch die Dis-ciplin erheblich zunahmen. 
Ihn, wie er es wünschte, Maler werden zu lassen, konnte 
sich die Familie ,i1nn1er noch nicht entschließen. So ergriff 
er denn in diesem Eonflikt zuletzt eines schönen Tages den 
Ausweg, sich das Geld zu einer Flucht nach Dresden zu 
borgen. Er kam daselbst zu Anfang der vierziger Jahre 
an und ward an der Akademie ein Schüler Hiibners. Da 
zeigte er alsbald eine so auffallende Befähigung, daß sich 
die strengen Eltern endlich mit seinem Entschluß zwar nicht 
aussöhnten, aber ihn doch gewähren ließen und wieder 
unterstüyten. "  
Daß der glänzende junge Mann aus vornehmer Fa- 
milie, voll Talent, Geist und Genußlust, dort nur zu viel 
Veranlassung hatte, in die Fußtapsen des Ritters Kurt zu 
treten, ist so selbstverständlich, als daß seinem lebhaften 
Naturell die an der Akademie herrschende, etwas peinliche 
und kleinliche Düsseldorser Modellmalerei nicht so recht zu- 
sagte. So studierte er denn neben Chod.owierki hauptsächlich 
Schwind, wobei der geniale Hähnel sehr auf ihn einwirkte, 
ihm diese Richtung zu geben. Er verkehrte besonders in 
den künstlerischen und literarischen Kreisen, die bis zum
        

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