Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-43027
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-45394
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Eduard Schleich. 
Sioffliehe, Gegenstä11dliche, in das Geistigfte und Unfaß- 
barste Von allem, in das tausendfache Spiel des Lichts, 
welches die atmosphärischen Vorgänge über die Landschaft 
breiten, und welches sich besonders auf der Ebene um 
München herum so wunderbar schön entwickelt, ja Über sie 
gleich der römischen Campagna einen so merkwürdigen Reiz 
breitet. Da er als ächter Colorist die Landschaft jeyt bloß 
noch als Trägerin von Licht- und Farbenmassen, gewisser- 
maßen als den Text zu seinen Tonphantasien behandelte, 
so sah er sie auch ganz anders an als man bisher gewöhnt 
gewesen war, und entdeckte das Malerische und Schöne selbst"- 
in Dingen, wo es bisher kein Mensch gesucht hatte, an 
frisch gearkerten Feldern und schnurgerade über eine weite 
Ebene sich hinziehenden Alleen, an irgend einem Tü1npel, 
Altwasser oder Moor, einem zerfahrenen Kiesfelde, wie sie 
in der oberbayerischen Hochebene und den in ihr durch die 
Wasferläufe eingerissenen Rinnen, besonders an den wilden 
J-sarufern von München aufwärts, auf Schritt und Tritt 
zu finden sind. Ein unermüdlicher Fußwanderer und Spazier- 
gänger lauschte er jetzt der Natur hauptsächlich jene Geheimnisse 
ab, die man ihr nur im Flug entreißen kann, und trug sie 
im getreuesten Gedäehtniß nach Hause, wo er sie gewöhnlich 
erst auf den Deckel irgend eines Cigarrenkistchens als geist- 
volle Skizze fixirte. 
So ward er insofern ganz Idealist, als er von da 
an niemals mehr anders als vollkommen frei schuf. Dafür 
gab er den jeweiligen Totaleindruck der heimischen Natur mit 
einer packenden Wahrheit wieder,  die durch die breite und 
großartig"e Art des Vortrags, die vollendete Herrschaft über die 
Mittel der Darstellung allemal zur Schönheit geadel-t ward.
        

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