Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-38842
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-39674
XXII. 
Daniel 
GIxoilowLi-:cIji. 
Wenn Ideal und Wirklichkeit innerhalb eines Cultur- 
volkes in gar zu schreienden Widerspruch gerathen, sich voll- 
kommen trennen, so leiden beide gleich sehr darunter. Wie 
dergleichen denn allemal schon selber das Symptom eines 
ganz ungesunden Zustandes des nationalen Lebens ist. Alle 
Völker, die eine ächte und mustergiltige, d. h. klassiscl)e Kunst 
erzeugten, idealisitten ihr eigenes Leben. Von den alten Egyp- 
tern und den Griechen an, bei denen Phidias die Pana-thenäen 
schildert, bis zu den Florentinern, den Venetianern, den Nieder- 
ländern, ja bis zu den modernen Franzosen und Engländern 
herab, haben alle die Schilderung des Lebens und der An- 
schauungen des eigenen Volkes zum .Hauptinhalt ihrer Kunst 
gemacht. Nur die antikisirende Schule von Mengs bis Carstens, 
Wächter, Schick und ihren Nachfolgern bei uns, sowie David-s 
bei den Franzosen macht davon eine Ausnahme. Das Römer- 
thun: des leh,teren mußte aber bald wieder, schon mit Marat"s 
Tode, der Schilderung der. Gegenwart Platz machen, denn 
eine gesunde Nation erträgt dergleichen Thorheiten ihrer 
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