Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-38842
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-42293
Es bringt uns das auf die häuslichen" und geselligen 
Verhältnisse des Künstlers. Er hatte bald, nachdem er in 
Düsseldorf Aufsehen gemacht und n1itBestellnngen überhäuft 
worden war, sich zwei Schwestern kommen lassen, die ihm 
eine Haushaltung einrichteten und führten. Ebenso hatte er 
sich, nachdem er eine Richtung eingeschlagen, die des eifrigen 
Convertiten Schadow Beifall unmöglich finden konnte, von 
der Akademie ganz zurückgezogen und, sein eigenes Atelier" 
gebaut, war somit ohne es zu wollen gewissermaßen an die 
Spitze der sich allmälig gegen die akademische Partei bilden- 
den Opposition der Naturakisten gedrängt worden. Dann 
folgte 1840 seine Verheirathung mit einer geistvollen und 
gesellig überaus begabten Frau, was beim Heranwachseu einer 
großen Familie zu einem theueren Hausstand führte. Das 
nöthigte ihn oft -Bilder zu wiederholen und überhaupt mehr 
zu malen als immer gut war, blos um den Anforderungen 
dieser nach rheinisch-norddeutscher Sitte ziemlich üppigen Haus- 
haltung genügen zu können. Dieses der Gediegenheit künst- 
lerischer Produktion nicht eben günstige Verhältnis; ist in 
Düsseldorf oft wiedergekehrt und hat sich in neuerer Zeit fo- 
gar zu einer Art sozialen Krankheit ausgebildet, so daß ich 
es nothwendig ein für allemal berühren mußte, weil man 
ohne diese beständige Schraube gar vieles im dortigen Kunst- 
leben nicht erklären könnte. Sie war damals um so nach- 
theiliger in ihrer Wirkung, weil die. Preise, die für Bilder 
gezahlt wurden, nach unseren heutigen Begriffen unerhört 
gering waren und oft kaum ein Zehntel der jetzt gezahlten 
betragen. So erhielt Lessing in den dreißiger Jahren für 
feine Landschaften gewöhnlich vierzig bis sechzig Louisdor- 
Also 700-1200 Mark, dabei war aber die Technik der Oel-
        

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