Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-38842
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-42044
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Eduard Bendcma1m. 
des Ganzen doch gerade durch das Stilvolle im Colorit wohl- 
thuend wirkte.  
Das nächste Jahr füllte der trog seines Alters immer 
noch frische Meister nun wieder mit Portraiten aus, von 
denen die des Generals von Obernih sammt Frau seine 
seltene Meisterschaft in anspruchslos edler und doch scharfer 
Charakteristik, wie großer Leuchtkrast der Farbe so schlagend 
zeigten, daß sie aus der internationalen Ausstellung in Mün- 
chen 1879 unbedingt zum besten zählten, was diese Gattung 
bei allen Nationen hervorgebracht. Auf der allgemeinen deut- 
schen Ausstellung in Düsseldorf 1880 war Bendemann da- 
gegen blos durch ein weibliches Bildnis; und drei mit Wasser- 
farben leicht colorirte, sehr geistvoll ersundene, aber doch mehr 
genreartig gehaltene Wüstenscenen vertreten. Zwei davon 
waren allerdings sogar sehr frühe Compositionen, sie aber 
großartiger gestaltet, durch eine dritte ergänzt, und in einen 
parabolischen Zusammenhang gebracht zu haben, war ihm 
doch jetzt erst gelungen. Und so haben sie wenigstens be- 
wiesen, wie seiner Phantasie der Gestaltenreichthuni noch keines- 
wegs abhanden gekommen, ja sie zeigen sogar mehr Jndivi- 
duelles als viele andere Arbeiten von ihm. Dieß bringt 
mich schließlich aus eine besondere Eigenthümlichkeit des 
Meisters:  
Muß man nämlich, wenn man dies;-lange und so 
glückliche Leben überblickt, gestehen, daß wenige- Künstler aus 
eine so reiche und zugleich so gediegene und werthvolIe Pro- 
duktion zurückblicken können, so wäre man versucht zu be- 
haupten, daß BendeInann lange nicht die Anerkennung zu 
Theil geworden ist, die er in der That verdiente, obwohl er 
eigentlich persönliche Gegner oder gar Feinde kaum je hatte
        

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