Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-35496
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-36631
gerückt finden, der dem Meister sWachstuchtischdecken und 
Scheiben für Schützen malen hilft. Dann spielt der 1813er 
Krieg hinein in das Knabenleben: das vorbeiziehende Völker: 
gemisch weckt die Nachahmungslust und das Beobachtungs: 
talent, und der Knabe verdient sich durch Portraitiren der 
Kosaken und Baschkiren sein erstes Tasdhengeld. Beim Donner 
der Schlacht von Dresden, im Fenerschein brennender Dörfer, 
erhielt er die ersten Lektionen von Nationalbewußtsein und 
Vaterlandsliebe. 
Das Elend und die Verarmung zeigten sich aber in 
dem ausgeplünderten Lande erst recht nach der Befreiung des 
heimischen Bodens, und der arme Ernst machte jeht alle 1nög: 
lichen Mässigkeitsstudien, seine Arbeit theilte sich zwischen 
Aehrenlesen wie Rath, und Eopiren der Bilderbogen, auf denen 
der Nördlinger Volz unsere Siege über die Franzosen nicht 
viel schlechter als unsere Spezialberichterstatter illustrirter 
Zeitungen schilderte. Endlich nachdem der in seiner Art ge: 
bildete und allgemein geachtete Vater die Küsterstel1e des Orts 
erhalten, ward der ärgsten Diirftigkeit einigermaßen gesteuert. 
Da gab es nun für den Jungen Botendienste in die Pfarr: 
höfe zu thun, und dadurch erweiterte sich seine Weltkenntniß. 
Entzückend und bestimmcnd für alle Zukunft wirkte auf den 
demüthig bescheidenen, frommgläubigen Knaben aber der An: 
blick von Dresden, wohin ihn der Vater eines schönen So1n: 
mersonntages mitnahm, und wo er bei einer Tante einige 
Zeit bleiben durfte. Hier wird sein Schicksal entschieden, hier 
bereiEhert sich seine ideale Welt dermaßen mit neuen Ein: 
drücken, daß sie ihm nie mehr entschwinden. Wer hätte nicht 
die stille Seligkeit gefühlt, die uns der erste Anblick wirk: 
licher Kunstwerke und besonders der imponirendsten von allen,
        

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