Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-35496
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-36597
C 
der 
Entwickelung 
Skulptur. 
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sirende mehr dem Wesen jener, die realistische mehr dem der 
nördlichen Hälfte entspricht, wie sich beide in Schiller und 
Lcssing personisiziren, zwischen denen Göthe eine glückliche 
Mitte hält. 
In der Skulptur nun gelangte jene Verjüngung er: 
heblich später zum Durchbruch als in der Malerei. Nicht 
allein, daß He überhaupt bei uns keine so populäre Kunst 
als die letztere war, sondern sie erfordert auch Mittel, die das 
damals so arme Deutschland in den seltensten Fällen aufzus 
bringen wußte. Darum gehört.ihr Anfang in diesem Jahr: 
hundert durchaus der mit Carstens ziemlich parallel gehenden, 
nur viel glänzender und erfolgreicher, weil vollendeter auf: 
getretenen Thorwaldsenischen antikisirenden Richtung an oder 
der den Uebergang vom Zops zum heutigen malerischen Sthl 
der Jtaliener bildenden Canova7schen, die in Deutschland 
Danneker, vertrat; der edle aber inhaltsleere und von vor: 
nehmer Kälte keineswegs freie Styl Thorwaldsenis und seiner 
Schule konnte aber das Herz unseres Volkes so wenig syms 
pathisch berühren als die siißliche Weichlichkeit des Italieners 
irgend einen anderen Eindruck auf das unter unaufhörlichen 
Kämpfen herangeWachsene, von Schiller und Kant erzogene 
harte Geschlecht zu machen vermochte als den des Abscheuis 
nnd der Verachtung; nur in den ,,höchsten Kreisen, etwa 
Wien7s sympathisirte man mit seinem Shbaritismus.. Weit 
mehr dem deutschen Naturell entsprach der Berliner G. Scha: 
dow, der in seinen Jdealsiguren. strenge Großartigkeit mit 
ernstem Bestreben nach Charakteristik paart und in seinen 
PortraitsStatuen, vorab dem Ziethcn ganz wie schon Dürer 
und Holbein und Pet. Vischer beweist, daß die schärfste In: 
divid1Ialisirung mit Nichten die Jdealität aufhebt. Er ist seit 
Pecht, deutsche Künstler. G
        

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