Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-35496
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-36348
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Cornelius. 
von der Kehrseite ihrer Vorzüge sprechen. Wie vieles bleibt 
doch immer übrig, was man an Cornelius, diesem unverändert 
 dem Größten und Erhabensten zugewandten Geiste zu verehren 
vermagl Sein Blick, obgleich unendlich freier und weiter als 
bei der Mehrzahl seiner Zeit: und Strebnngsgenossen, blieb 
doch mehr nach rütkwärts als vorwärts gewendet. Die Auf: 
gaben der Gegenwart zu verstehen, in ihre Kämpfe einzutreten 
swar erst Kaulbach, mit seinem an Seelengröße und ächter 
Gestaltnngskraft allerdings weit zurückstehenden Wesen, aber 
um so überlegenerem Weltverstande vorbehalten. 
Nachdem Cornelius lange Jahre von dem ihm vers 
haßten Berlin entfernt meistens in Rom zugebracht, kehrte er 
1861 dahin endlich zurück, um es nicht mehr zu verlassen. 
UnausgeseZt an den Cartons für das Campo santo fortar: 
beitend, schlief er sanft und schmerzlos am S. März 1867 
ein. Der neuen Zeit längst fremd, ja fast unverständlich ge: 
worden, hat er also doch das Nahen des Tages unserer un: 
tionalen Größe noch erlebt, den er in seinen Werken am 
frühesten verkündigt und mit herausführen geholfen. Wenn 
wir heute eine ächt nationale Kunst besitzen, die sich mit der 
jeder modernen Nation messen kann und allen an wahrem Ver: 
ständniß ihrer Aufgabe, an .Volksthiimlichkeit, Gesundheit und 
Reinheit wie an Reichthum überlegen ist, so hat er den Grund 
dazu gelegt, indem er sie wieder mit unserem innersten Wesen 
in Harmonie seyte.
        

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