Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-35496
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-38532
Selbstbiographie. 
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ich ihm anfangs zuwider gewesen. Drei Sommer wurde nun 
unaufhörlich in der Gallerie mit dem größten Fleiß kopirt, 
wenn auch mit sehr einfeitigem Geschmack, da Ruysdael und 
die anderen Natnralisten mein Ideal blieben, und ich für 
Claude nnd Poussin, die dort so herrlith vertreten sind, noch 
wenig Verständnis; hatte. Auch was ich nach der Rückkehr nach 
Weimar im Winter für mich machte, war durchaus natura: 
liftisch. Ohne Zweifel war indes; dieses frühe und gründliche 
Studium der alten Meister, das damals in Deutschland von 
den Ro1nantikern nnd Nazarenern gleich sehr vernachlässigt 
wurde und,sogar heute unserem Unterricht noch fehlt, ein 
großes Glück für mich. 
Im letzten Winter nun malte ich eine Eisfahrt, wie sie 
in Weimar jedes Jahr durch Stauen eines Baches hergestellt 
wird. Ich brachte auf derselben alle meine Freunde an und 
gab das Bild ans die kleine Ausftellung, die alljährlich bei 
uns stattfand. Wie jeder frische Griff inis bunteMenschen: 
leben, interessirte das die Leute gewaltig und die ganze Stadt 
sprach davon. Eines Tages ließ mich die bekannte Frau 
v. Heigendorf,.ehemalige Jagemann, des Großherzogs Carl 
August Freundin, kommen, und fragte mich auch über alle 
die Personen auf demselben aus. Die schöne und geistvolle 
Frau gefiel mir natürlich sehr und ich scheine ihr wenigstens 
nicht Mißfallen zu habenVJ, denn sie schloß die 11ntm7edung 
II Preller, von Mittelgröße, aber breit und kräftig gebaut, 
hat einen bildschö11en Kopf mit ein Paar schwarzen Augen, die in der 
Jugend den Göthe7fckjen an Feuer kaum viel nachgesehen haben dürf: 
ten. Wenigstens vergißt man ihn gewiß nie mehr, wenn man ihn 
einmal gesehen.  
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