Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-35496
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-38446
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Anselm 
Feuerbach. 
durch,S Können gewachsenen Kraft empfangen. Nicht minder 
grandios, ganz an die Behandlung der Michel Angelo,fchen 
Figuren der Tageszeiten in ihrer Haltung erinnern, sind die 
vier Urgottheiten. War .szu erwarten, daß Feuerbach mit 
seinen größeren Zwecken zu wachsen, Zeug genug habe, so ist 
diese Hoffnung hier gewiß nicht getäufdhtl 
Zwei Momente blieben noch übrig, um die Charakteristik 
unseres Meisters zu vervollständigen: seine Technik und das 
nationale Element in seiner Produktion. Beide hängen 
aufs Genaueste zusammen, wie denn bei jedem bedeutenderen 
Künstler, der es zu einer selbständigen Ausdrucksweise gebracht, 
die Technik ebenso gut ein Ausfluß seines innersten Wesens ist 
als die geistigen und die sittlichen Motive seines Schaffens. 
Beruhen ja beide in leßter Instanz auf dem Naturell,  dem 
. Pulsschlag, könnte man sogar sagenI 
Dieser erscheint bei Feuerbach im Ganzen kühl, wie der 
Ton seines Colorits, wie das Gen1essene, Ruhige, Schlanke 
seiner Form. Mehr als bei irgend einem anderen modernen 
deutschen Künstler könnte man bei ihm von den ,,kaltenFlam: 
men der BegeisterungH sprechen. Aber dieses kühle Wesen 
wird man nicht mit Kälte verwechseln können, vielmehr hängt 
es mit der Höhe des Standpunktes zusammen; auch die An: 
tike ist ja kühl, beide aber ersrischen deshalb nur um so mehr, 
wenn sie auch durch das Vornehme ihrer Erscheinung jede 
Vertrauliihkeit zuriickweisen. Die Gluth in der KutYst.isk eine 
durchaus moderne Erfindung, sie gehört dem Christeuthum an. 
Mit ihrer systematischen Benutzung der Wirkungen des Heil: 
dunkels tritt sie zuerst in dem byzanti11kschen, wie überhaupt 
dem orientalischen Styl aus, dem wir deßhalb auch die kolo:
        

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