Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-35496
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-38284
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Anselm 
FSuerbach, 
steigende Ruf des Künstlers endlich seine Aufnahme in die 
Galerie erzwang, die ihm doch unter ihren sämmtlichen modernen 
Bildern so wenig von gleicher einfacher Größe an die Seite 
zu seyen hat.  
 Von seiner Heimat weggedrängt, die alle Ursache ge: 
habt hätte, auf ihn stolz zu sein, statt ihn von prätentiöser 
Mittelmäßigkeit und ihren literarischen Handlangern anseinden 
zu lassen, galt es jeZt für Feuerl1ach, lange peinvolle Jahre 
zu überwinden. Er würde vielleicht stolz, unbeugsam, abges 
schlossen, seinfühlig und verlehbar, wie er war, dabei zu Grunde 
gegangen sein, ohne die Aufopferung seiner Stiefmutter und 
die Protektion des edeln Frhn. v. Schack in München, der 
Jahre lang fast alle seine Bilder für die berühmte Sammlung 
erwarb, zu deren werthvollsten Schäyen sie heute noch gehören. 
Diese Werke, die .uun in rascher Folge entstanden, be: 
weisen, daß das Mißgeschick keineswegs ganz ohne theils nach: 
theiligen, theils vortheilhaften Einfluß aus den Künstler ge: 
wesen. Da sie seine mittlere Periode, das Suchen, bezeiGnen, 
so sind sie auch gemeinsam zu characterisiren.i Mit wenig 
Ausnahmen fehlt ihnen das Siegesgewisse, das Sichere, die 
stolze nngebrochene Kühnheit, der geniale Wurf des ,,Dante,H 
dagegen zeigen sie ein unabläsfiges Ringen, das beharrlichste 
Studium der Form und eine al1n1ählige Vertiefung des Tag 
lents, dem es gelingt, nach und nach den Rest von koketter 
Aeußerlichkeit, der ihm noch anklebte, abzustreifen, das immer 
seelenvoller wird und zuletzt in einer Anzahl von Kinderbildern 
sogar naive Naturlaute findet, die dem bewußten Wesen des 
Künstlers ursprünglich durchaus fern lagen. 
 Ein grandioses Bild, das ergreifendste unter allen, 
die der ersten Dante7schen Richtung angehören, ist die 1862
        

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