Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-35496
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-38247
eine Neigung, die er im Ganzen, wenn auch mit einzelnen Auss 
nahmen festgehalten hat, errinnert an die spätere Produetion. 
Die Darstellung des Dichters, wie er beim üppigsten Gelage 
im Lachen über einen frechen Scherz hintenüberstürzt und sich 
eben noch kran1pfhaftan1 Tischtuch festklammern will, mit den. 
theils noch jubelnden, theils erschreckt zusammensahrenden 
Gästen, ist auch in hohem Grade dramatisch, was Feuerbach von 
da an bis zu seiner Amazonenschlacht und dem Titanenkampf 
niemals mehr versuchte. 
Jm Jahre 1854 war der junge Künstler mit einem Stipen: 
diutn derl1adischen Regierung nach Venedig gegangen und schickte 
von dort zugleich mit einer geistreichen Copie der ,,AssnntaU des 
Tizian die selbstständige Composition einer Figur der Poesie 
ein, welche höchst edel gedacht, schon einen mächtigen Fortschritt 
zum Großen nnd stylvoll Erhabenen darstellt. Der Anstoß dazu 
war ihm vor allem durch die herrliche h. Barbara des Palma 
gegeben worden, die ihn von allen venetianischen Bildern das 
mals am meisten entzückte., Aber unglaublich genug, man hatte 
in Karlsruhe so wenig Verständnis; für diese Bestrebungen, daß 
man den Künstler durch Entziehnng des Stipendiums für das 
Verbrechen strafte, sich an Palma ein Beispiel genommen zu 
haben, nnd sein Bild selbst in eine Rumpelkammer der GalIerie 
stellte, wo es lange Jahre verbleiben mußtei Die unvorher: 
gesehene Ungnade aber entl1lößte den Künstler fast aller Mittel. 
Im Vollgesühl seiner Kraft und seines Beruses ließ er sich 
indes; nicht abschrecken. Mit hundert Franken in der Tasche, 
wanderte er unverdrossen gar nach Rom. Nach seinen eigenen 
Mittheilungen war er in Venedig seiner französischen Trag 
ditionen noch eben so wenig losgcworden, als ihm ein 
eigentliches volles Verständnis; für die köstlich heitere Unbes
        

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