Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-35496
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-37560
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Gottfried 
Semper. 
miker und denkenden Schauspieler so gut mit dem soliden, 
ehrenhaften Hausvater verbindend, wie nur wenige, den eigenen 
Kreis besonders durch seine herrlichen Vorlesungen zu beleben, 
während sein berithu1ter Bruder Emil, innerlich kalt und eitel, 
in all diesen Zirkeln nur Gastrollen gab, in denen er sich 
hauptsächlich von den Frauen vergöttern ließ. Unter die 
Poeten und Schriftsteller mischten sich dann die revolutionären 
Politiker, wie der eben so schöne als geist: und phantasievolle 
Julius Fröbel und der feurige Köchly, Philolog und zugleich ein 
ausgezeichneter Redner, und steigerten die Aufregung durch 
ihre Weltverbesserungspläne aus7s Höchste. Noch gründlicher 
hatten aber die Sterne gewechselt, die am Kunsthimmel glänzten. 
Hier hatte der Hecht im Karpfenteich seine Schuldigkeit gethan: 
kein einziges der bemoosten Häupter war übrig geblieben. 
Nicht nur hatte der Milde und doch so zähe Rietschel fast 
gleichzeitig mit ihm an der Akaden1ie zu wirken begonnen, nnd 
er selber den genialen und feurigen Hähnel, der durch seinen 
edlen Jdealis1nns auch Rietschel mit sich riß, zn den Theaters 
arbeiten herangezogen, sondern es hatten auf seine Veranlassung 
auch Bendemann und Hübner, die Düsseldorfer Ron1antikcr, 
der Dresdener Kunst neue Impulse gegeben, so daß das ganze 
alte idyllisch frisirte Dresden nur noch in Ludwig Richter7s 
reizenden Sehöpsungen und in ihm selber, dem still bescheiden 
in die Ecke gedrückten großen Meister, fortlebte. Denn von 
einer anderen Seite war Julius Schnorr nach Dresden berufen 
worden, um Mathäi im Direktorimn der cGailerie und Akas 
demie zu ersetzen und bildete bald neben jenen großen 
Schulen eine dritte, die die Münchener Romantik vertrat. 
Nervos nnd sanguinisch, bald fast iibermüthig selbstbewußt, 
bald tief niedergeschlagen, immer aber eben so würdevoll edel
        

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