Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-35496
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-36693
wo schon Kiß war, die sich ihm alle befreundeten. Durch ein 
näheres Verhältnis; zu Männern wie Reinick, Kugler, Gruppe, 
Erdmann, Schöll, Wackernagel, mußte sich nach und nach sein 
Horizont mächtig erweitern. Jndeß hatte er noch lange Jahre 
an sich zu schaffen, bis er die angeborene und anerzogene lar: 
n1oyante Kü1nmerlichkeit des Wesens hinreichend los wurde, 
und in Berlin war es ihm behaglicher erst wieder, als es ihm 
gelang, den geliebten Thäter zu sich zu bringen, der wie 
später Ludwig Richter eine gewisse ,,KartoffelpoesieH, wie sie 
jngendlicher Uebermuth nannte, mit ihm theilte, die ihn noch 
lange charakterifirt. Auch verlangte er in dieser Zeit zuviel 
von sich nnd kam deßhalb aus der Kahenja1nn1erstinnnung 
nicht heraus. Das gesunde Wesen RauchYs und dessen Frische 
fehlte ihm überhaupt, Jugendarmnth nnd Christenthnm kehrten 
ihn in sich. An einem David, den er für sich anfing, konnte 
er sich nicht Genüge thun nnd riß ihn zuletzt wieder ein. Es 
war an der Zeit, daß seinem gesuukenen Selbstvertrauen sich 
etwas bot, daran er sich wieder aufrichten konnte. Da gewann 
er denn den Preis bei der akademischen Concnrrenz um das 
Reiseftipendiu1n nach Italien; sein Rclief, den Abschied der 
Penelope Von ihrem Vater darstellend, wurde von den Ruh: 
tern ,,ob der nngesnchten Natiirlichkeit seiner Motive und der 
seltenen Tiefe des Ausdrucks, besonders gelobt, also wiederum 
wegen jener Kunst von innen heraus, die nun einmal das 
spezifisch deutsche Kennzeichen ist. E 
Aber als ,,AnsländerU konnte er das Stipeudiun1 
nicht erhalten, wofür ihm auf ausdrückliche Empfehlung des 
Senats das sächsische verliehen ward. Jetzt besuchte er auch 
einmal wieder den Vater, dem er kurz zuvor das Geld zur 
Abtragung einer Hhpothekschnld verschafft und genoß das
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.